Bürger vergeben Bestnoten für Bützfleth

Bützflether des Jahres ist Jan Horwege (links) neben Ehefrau Sylke Horwege und Bürgermeister Sönke Hartlef. Fotos: Albus


Von Laura Albus

BÜTZFLETH. Gemeinsam haben Pastorin Heike Kehlenbeck und Bürgermeister Sönke Hartlef (CDU) mit den Besuchern des Neujahrsempfangs in Bützfleth auf ein bewegtes Jahr 2018 zurückgeblickt. Und die Bürger? Die vergeben auf Nachfrage Bestnoten an ihre Gemeinde.

Jan Horwege fehlten die Worte. Er wurde zum Bürger des Jahres ernannt und konnte es immer noch nicht richtig glauben, obwohl er um diese Ernennung schon seit einigen Tagen wusste. „Ich bin stolz und gerührt“, sagte der gebürtige Bützflether. Er dankte neben Ehefrau Sylke auch den weiteren Ehrenamtlichen der Gemeinde.

In seiner Laudatio begründete Bürgermeister Sönke Hartlef die Wahl von Jan Horwege so: „Mit der Leitung des TuSV Bützfleth hat er eine sehr verantwortungsvolle und extrem zeitintensive Aufgabe übernommen, die als Ehrenamt eigentlich schon den normalen Rahmen sprengt.“ Horwege ist seit elf Jahren Vorsitzender vom TuSV Bützfleth, organisiert dort den Lauftreff und kümmert sich um die Pflege der Homepage. Auch für den Schützenverein Bützfleth, in dem Horwege als Vorstandsmitglied, aktiver Schütze sowie als Mitglied der Kommerstruppe tätig ist, pflegt er den Internet-Auftritt. Als zehnter Bürger des Jahres wurde der hauptamtliche Polizist für seinen ehrenamtlichen Einsatz mit der Silbermedaille der Ortschaft Bützfleth ausgezeichnet.

Bützfleths Pastorin Heike Kehlenbeck begann ihren Jahresrückblick mit sauren Gurken. Schließlich liege dieser etwas andere Geruch in der Kirche, der darauf deuten lasse: „Heute ist hier etwas anders.“ Es war voll am Sonntagvormittag in der St.-Nicolai-Kirche in Bützfleth, als die Pastorin vom Gottesdienst über Sektempfang und kleine Häppchen zu den Neujahrsansprachen überleitete. „Wir hatten viele personelle Veränderungen“, so die Pastorin, „und einige Lücken konnten wir bereits wieder schließen, andere noch nicht.“

Ortsbürgermeister Hartlef zitierte seinen Vorgänger Wolfgang Rust (CDU) mit den Worten „in Bützfleth ist immer was los“ und belegte diese These auch mit zahlreichen Beispielen aus dem vergangenen Jahr: Illegal entsorgtes Schweröl im Bützflether Kanal sorgte für einen Feuerwehreinsatz. Theodor Dankert wurde zum Ehrenmitglied der Ortsfeuerwehr ernannt. In der Festung Grauerort wurde bei Festivals und verschiedenen Märkten viel gefeiert und gehökert.

Sönke Hartlef hatte akribisch alles aufgelistet und erzählte, was im vergangenen Jahr wichtig war. Eines aber hob er besonders hervor: „Hurra, die Ampeln sind weg“, so hieß es im Juni am Obstmarschenweg. Der Verein Attraktives Bützfleth organisierte anlässlich der beendeten Umgestaltungsmaßnahmen ein Straßenfest. „Und, habe ich zu viel versprochen?“, fragte Hartlef in die Runde, nur um gleich selbst zu antworten: „In Bützfleth ist immer was los.“

Große Pläne für 2019

Auch im Jahr 2019 werde in Bützfleth wieder viel passieren: Richtfest der Seniorenwohnanlage, der Bau eines Wohnkomplexes für alle Generationen neben der Sparkasse, ein neues Feuerwehrgerätehaus. Von der Indu-strie gebe es durchweg optimistische Signale. „Dow und AOS planen größere Investitionen, und Unternehmen wie Olin oder Global Castings, die oft im Schatten der Großen stehen, sind auf einem gesunden Wachstumskurs“, so der Bürgermeister.

Er benotet seine Gemeinde mit einer Zwei plus: „Dank der Ortskernsanierung haben wir sichtbare Erfolge. Zur glatten Eins fehlt nur, dass die interkulturelle Zusammenarbeit noch ein kleines bisschen besser wird.“




Frage an die Bürger: Welche Schulnote würden Sie Ihrem Ortsrat geben?


Gabi Meyhöfer

Für Gabi Meyhöfer bekommt Bützfleth die Schulnote 1: „Wir arbeiten gut zusammen, die Dorfgemeinschaft funktioniert.“



Marina Gatzke

Marina Gatzke findet es gut, dass in Bützfleth miteinander statt übereinander geredet wird. „Eine Eins minus vergebe ich dafür.“



Amir Hossein Bahraiei

Amir Hossein Bahraiei vergibt ebenfalls eine glatte Eins: „Die Leute hier sind sehr nett und haben uns gut aufgenommen.“



Reinhard Ahrens

Reinhard Ahrens vergibt für die vielen Veranstaltungen eine Zwei und begründet sie so: „Etwas Luft nach oben soll ja auch noch sein.“


07.01.2019