Bützfleth: Fünf Heidschnucken tot – war es ein Wolf?

Auf dieser Weide wurden fünf Heidschnucken gerissen – nahe der Wohnbebauung und der Bützflether Ortsmitte. Fotos Strüning

Von Lars Strüning

BüTZFLETH. Der Schreck sitzt Meta und Reinhard Hilck aus Bützfleth noch in den Gliedern: In der Nacht zu Montag wurden fünf Heidschnucken ihrer kleinen Herde am alten Deich nahe des Bützflether Ortskerns gerissen. Wahrscheinlich war es ein Wolf.

Es war ein ganz normaler Montagmorgen, als Reinhard Hilck (87) seinen täglichen Gang zu den acht Heidschnucken machte. Das Ehepaar Hilck wohnt in der Deichstraße, nahe des neuen Kreisels. Die Weide liegt direkt hinterm Deich. Doch an diesem Morgen war nichts mehr so, wie es immer war: Auf der Weide verteilt lag Wolle der Tiere, in den Zaunecken waren große Blutlachen. Tiere lagen tot und völlig zerfetzt auf dem Gras. Die, die schwer verletzt davon gekommen waren, hatten sich völlig verängstigt in den kleinen Stall zurückgezogen. Reinhard Hilck und seiner Frau Meta (84) war schnell klar, dass es entweder streunende Hunde oder ein Wolf gewesen sein müssen, die dort so brutal zugeschlagen hatten. Viele Indizien weisen darauf hin, dass es sich um einen Wolf gehandelt haben müsste, so die erste Einschätzung von Tierarzt und Jägern.

Der Schafbock überlebte den Angriff. An seinen Hörnern klebt noch Blut.

Lediglich zwei Lämmer und der Bock haben das Massaker überlebt. Sie sind auch schwer gezeichnet und erholen sich jetzt direkt im Stall am Wohnhaus der Hilcks. Der Bock scheint sich gewehrt zu haben, an seinen gewundenen Hörnern klebt noch Blut.

Seit zwölf Jahren hegen und pflegen die Hilcks ihre weißen Heidschnucken, eine selten gewordene Rasse. „Wir waren so stolz auf unsere Tiere“, sagt Meta Hilck, die hörbar und sichtlich betroffen ist. Die angefallenen Tiere hätten abscheulich ausgesehen. Von ihnen sei nicht viel übrig geblieben. Sie hätten einen engen Bezug zu den Tieren gehabt, einige mit der Flasche großgezogen. Umso größer wiegt der Verlust, gerade auch emotional.

Auffällig bei der Atttacke ist die Nähe zur Wohnbebauung. Die Weide hinterm Deich liegt auf Höhe des Kreisels, 100 Meter entfernt vom Obstmarschenweg im Bützflether Zentrum.

28.11.2018