Sönke Hartlef tritt gegen Silvia Nieber an

Die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl stehen fest.

Von Lars Strüning

STADE. Sönke Hartlef aus Bützfleth soll für die CDU in den politischen Kampf um das Bürgermeisteramt der Stadt Stade ziehen. Einen entsprechenden Beschluss haben am Dienstagabend der Parteivorstand des CDU-Stadtverbandes und die Fraktion der Christdemokraten gefasst.

Eine bemerkenswerte Entscheidung, vor allem mit Blick auf die umstrittene Straßenausbaubeitragssatzung.

Mit Hartlef steht jetzt ein Trio in den Startlöchern: Amtsinhaberin Silvia Nieber wurde von ihrer Partei, der SPD, nominiert. Richard Klaus will für die Piraten Chef der Stadtverwaltung werden. Und jetzt eben Hartlef, der im Rathaus kein Unbekannter ist.

Hartlef ist 55 Jahre alt, sitzt seit 2010 für die Christdemokraten im Rat der Stadt. Zuletzt zog er mit 1300 Stimmen in das Gremium ein, mehr bekam bei der Kommunalwahl niemand in Stade. Hartlef wurde folgerichtig zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt, vertritt Nieber also bei repräsentativen Terminen. Seit 2010 ist er Bürgermeister der Ortschaft Bützfleth, ein weiteres Ehrenamt. In seinem Heimatdorf war er zuvor zehn Jahre lang Vorsitzender des TuSV. Im Hauptberuf ist Hartlef als gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann Disponent bei den Buxtehuder Berding-Betonwerken.

Sechs Bewerber waren im Rennen

Seine politische Erfahrung und seine Beliebtheit in der Bevölkerung sollen den Ausschlag gegeben haben bei der Nominierung. Insgesamt waren dem Vernehmen nach sechs Bewerber im Rennen. Vor allem Stadtverbandsvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Oliver Grundmann hatte sich auf die Suche gemacht, sich letztlich aber auch für die naheliegende Lösung entschieden. Die Abstimmung am Dienstagabend soll einstimmig pro Hartlef gefallen sein. Zuvor war er von einer achtköpfigen Findungskommission vorgeschlagen worden. Sie setzte sich aus den führenden Köpfen von Stadtverband und Fraktion im Rat zusammen und entschied sich für die Variante, die in eingeweihten Kreisen zum Schluss der Suche erwartet worden war.

Hartlef ist bekannt für seine ruhige, ausgleichende Art und seinen freundlichen Umgang – auch mit dem politischen Gegner. Inhaltlich machte er auf sich aufmerksam, als er im Rat quasi als Abtrünniger der CDU-Fraktion für das Ende der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) stimmte, am gleichen Abend aber auch für die heute geltende abgespeckte Variante votierte, als das kleinere Übel. Ein Tatbestand, der ihm und seiner Partei im bevorstehenden Wahlkampf zugutekommen könnte. Die Strabs bleibt ein Streitthema in der Stadt.

Herausforderung“, die er gerne annehme

In einer ersten Stellungnahme nach seiner Nominierung sprach Hartlef von einer „Herausforderung“, die er gerne annehme. Ihn hätten viele ermutigt, ins Rennen zu gehen. Hartlef: „Da kann ich ja nicht ganz so viel falsch gemacht haben.“ Am 11. Juni soll er dann auch offiziell während einer Aufstellungsversammlung, sozusagen ein Sonderparteitag der Stader CDU, zum Nieber-Herausforderer gekürt werden.

Hartlef gehe mit starkem Rückhalt der Gremien in diese Versammlung und in den Wahlkampf, der Mitte Juni dann auch inhaltlich beginnen soll, so Grundmann. Hartlef habe sich aus einem kompetenten Kandidatenkreis klar durchgesetzt. Es bestehe bei allen der feste Wille, die SPD-Bürgermeisterin Silvia Nieber abzulösen. Kristina Kilian-Klinge, Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat der Stadt, sagte, Hartlef genieße parteiübergreifend ein hohes Maß an Sympathie und Zustimmung. Er engagiere sich seit Jahren für die Stadt und sei daher der richtige Kandidat für die Wahl, die voraussichtlich parallel zur Europawahl im Mai 2019 stattfindet.

Viel Glück hatte die CDU bisher nicht bei den beiden Direktwahlen zum Bürgermeisteramt in Stade. Wilnis Tracums unterlag 2006 Andreas Rieckhof, die heutige CDU-Fraktionsvorsitzende Kilian-Klinge verlor 2011 gegen Nieber. Deren erste Amtszeit endet am 31. Oktober 2019.

09.05.2018