200 alte US-Cars besuchten die Festung Grauerort

Viele "Benzingespräche" wurden im Verlauf des MOPAR Spring Fling Stade in der Festung Grauerort geführt. Foto Umland


ABBENFLETH. Schon von weitem war der satte Sound der V8-Motoren hinter den Festungsmauern zu hören. Am Samstag fand das dritte MOPAR Spring Fling Stade statt und lockte rund 1.000 Besucher in die Festung Grauerort in Abbenfleth.

Den Tunnel zur Festung durften nur die rund 200 US-Schlitten der Marken Chrysler, Dodge, Plymouth, Imperial und DeSoto bis zum Baujahr 1979 passieren. Auch Bettina und Michael Drud aus Oldendorf gehörten mit ihrem Dodge Coronet, Baujahr 1959, wieder dazu. 2013 wurden das Ehepaar Eigentümer des blau-weißen Ami-Schlittens und besuchten mit ihrer „Grandma“ bereits viele Oldtimertreffen in der Region, um nette Gespräche mit Gleichgesinnten zu führen.

Norbert Jaeschke reiste zusammen mit einer Gruppe aus dem Oldenburger Raum an. Er ist seit dem Jahr 2000 leidenschaftlicher Besitzer eines Dodge Custum Sierra aus dem Jahr 1958, mit dem er bei gutem Wetter auch gerne mal Brötchen holt und die Blicke auf sich zieht. „Alle nötigen Arbeiten mache ich selber“, erzählt der Oldenburger, „nur an den Motor gehe ich nicht ran.“

Eine kurze Fahrt hatten Kevin Schmelcke und Sohnemann Felix aus Dornbusch mit ihrem seltenen 52 Jahre alten Dodge Monaco. „Ich habe immer die Autos bei meinem Kumpel bestaunt und mir gesagt, irgendwann fährst du auch so einen“, erinnert sich der 29-Jährige und erklärt, dass es von dem Dodge Monaco im Landkreis Stade gerade einmal zwei und in Deutschland nur rund eine Hand voll Modelle gibt. Während viele der Oldtimer wie aus dem Prospekt entsprungen aussehen, schätzt Kevin Schmelcke die Patina seines Dodge: „Es ist eben ein altes Auto“. Sein 5-jähriger Sohn Felix fährt gerne mit. „Er freut sich immer, wenn ich ihn mit dem Dodge vom Kindergarten abhole“, erzählt Papa Kevin.

Ich wollte mir immer so einen Wagen kaufen, aber irgendwas kam ständig dazwischen“, berichtet Otto Haak, „als ich 60 wurde, erfüllte ich mir meinen Traum.“ So wurde der Cuxhavener vor drei Jahren Eigentümer eines Plymouth aus dem Jahr 1971. Besonders genießt Otto Haak es, wenn er durch Cuxhaven fährt und die Leute sich umdrehen, wenn der V8-Motor laut ertönt.

Viele „Benzingespräche“ geführt

Auch Jens Pein aus Hamburg ist bereits seit den 1980er Jahren „V8-infiziert“. Der Chrysler 300, Baujahr 1966 gehört ihm seit 1996 und er führte beim MOPAR Spring Fling Stade viele „Benzingespräche“. „So ein US-Schlitten sorgt für Lebenslust und ein schönes Gefühl“, erklärt der Hamburger, der „just for fun“ und am liebsten bei gutem Wetter mit seinem Chrysler unterwegs ist.

Eine der wenigen weiblichen Besitzer eines amerikanischen Oldies ist Angela Koch - und das auch erst seit einem Tag. „Gestern haben wir den Plymouth Savoy, Baujahr 1962, aus der Werkstatt abgeholt“, erzählt die Bremerin. Zwar hat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann auch einen roten Plymouth Belvedere aus dem Jahr 1964. „Bei dem komme ich aber nicht ans Gaspedal, weil die Sitze nicht verstellbar sind“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern. Sie freut sich schon auf die gemütlichen Fahrten über das Land, bei denen auch sie endlich am Lenkrad sitzen kann.

07.05.2018