Straßenbaubehörde will die alternative Route prüfen

Von Grit Klempow

BÜTZFLETH. Mit seinem Vorschlag für eine neue Trasse der geplanten A 26 zwischen Stade und Drochtersen ist Peter Hartlef aus Bützflethermoor an die Öffentlichkeit getreten. Jetzt gab es ein Gespräch mit der Niedersächsischen Straßenbaubehörde. Die will seine Idee nun gründlich prüfen.

Bisher hat die Behörde die Autobahn so geplant, dass sie parallel zu den Moororten und Bützfleth verläuft und am Kehdinger Kreuz ihn Drochtersen an die Autobahn 20 mit dem neuen Elbtunnel angebunden ist. Eine Trasse, bei der Peter Hartlef viele Nachteile sieht (das TAGEBLATT berichtete am Mittwoch). Hartlef ist Landwirt und Vorsitzender des Schleusenverbandes Bützfleth. Ihn sorgen die Entwässerung des Landes, die Lärmbelastung der Bützflether, der Verlust landwirtschaftlicher Flächen, die Abgrenzung der Moororte durch die Trasse und der schlechte Baugrund – erst in 20 Meter Tiefe gebe es festen Grund, sagt Hartlef. Seine Einwände hatte er mit Beginn des Planfeststellungsverfahrens vor sieben Jahren eingerecht, weil das Verfahren aber seitdem nicht vorangetrieben wurde, hatte er nie etwas gehört.

Das ist jetzt anders. Bei einem Treffen mit dem zuständigen Leiter der Küstenautobahn-Projektgruppe, Sebastian Mannl, mit Vertretern von Schleusenverbänden, Politikern und des Landkreises, stellte Peter Hartlef seine Idee vor. Er stellt sich eine Autobahntrasse westlich der Rotschlamm-Deponie vor, die von Stade aus über das Kehdinger Moor geführt wird, nordöstlich von Groß Sterneberg verläuft und dann an die A-20-Trasse angeschlossen wird.

Aus Sicht des Landkreises ist ein Vorranggebiet für Torfabbau bei dieser Variante problematisch, Sebastian Mannl gab zu bedenken, dass unter anderem zwei europäische Artenschutzgebiete gestreift werden. Die Straßenbaubehörde wird den Vorschlag von Hartlef nun genau prüfen. „Wir nehmen alle Punkte auf, gehen es schrittweise durch und führen einen Abwägungsprozess durch“, sagt Mannl. Mit der nötigen Ruhe aber zeitnah, in etwa zwei bis drei Monaten, soll dieser Abwägungsprozess abgeschlossen sein und es ein neues Gespräch geben.

Peter Hartlef ist mit diesem Ergebnis erst einmal zufrieden. „Ich fühle mich ernst genommen, wir werden gehört, es wird ernsthaft geprüft“, sagt der Ideengeber. Nachdem sich seit Beginn des Planfeststellungsverfahrens 2010 in Sachen A 26-Abschnitt nichts getan hatte, soll nun, auch mit Blick auf das beginnende Planfeststellungsverfahren für die A 20 zwischen Elbtunnel und Bremervörde, auch neuer Schwung in die Autobahnplanung zwischen Stade und Drochtersen kommen.

10.03.2018