Freie Fahrt durch Bützfleth

Die Bauarbeiten auf dem Obstmarschenweg in Bützfleth sind in vollem Gang. Hier wird gerade eine Verkehrsinsel am Kreisel bei der Saatzucht gepflastert. Foto: Stief

Von Wilfried Stief

BÜTZFLETH. Die Tage vor Weihnachten werden für die Bützflether und alle Autofahrer, die durch den Ort müssen, entspannter. Die Handwerker stellen ihre Arbeit auf dem Obstmarschenweg ein und machen Pause. Der Verkehr kann in der Zeit ohne Ampelanlagen durch den Ort fließen.

Seit 2009 ist die Stadt Stade mit der Ortschaft Bützfleth im Sanierungsprogramm der Städtebauförderung. Das Gesamtvolumen beträgt gut fünf Millionen Euro und speist sich aus Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt.

Relativ schnell wurden seinerzeit die Pläne für die öffentlichen Baumaßnahmen vorgestellt und mit der Bevölkerung vor Ort abgestimmt. Es gab diverse Informationsveranstaltungen, einen Arbeitskreis und am Ende kam der Sanierungsplan heraus. Doch die weitere Umsetzung stockte erheblich.

Erst in 2015 begannen die Arbeiten auf dem Obstmarschenweg, dem Vorhaben, das Bützflethern und durchfahrenden Pendlern viel Geduld abverlangte: Die Ampelkreuzung in der Ortsmitte bei der Saatzucht ist durch einen Kreisel ersetzt worden und auch die scharfe Linkskurve (in Richtung Kehdingen fahrend) entschärft ein Kreisverkehr. Insgesamt soll zwischen diesen Kreiseln langsamer gefahren werden, damit auch die anliegende Geschäftswelt mehr vom Leben in der Ortsmitte hat.

Heute, Ende 2017, steht das Ende der Bauarbeiten auf dem Obstmarschenweg kurz bevor. Ortsbürgermeister Sönke Hartlef geht nach Rücksprache mit den Fachleuten davon aus, dass die Restbauzeit insgesamt nur noch acht Wochen beträgt. Bloß Pech, dass der für Bauleute unberechenbare Winter vor der Tür steht.

Wegen der möglicherweise frostigen Tage haben sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen. Nach dem Asphalteinbau am 11. Dezember werden die Ampeln ausgeschaltet. Der Obstmarschenweg ist dann ab Mitte Dezember komplett befahrbar – ohne Ampel. Die nächsten Kanalbauarbeiten starten dann erst wieder im März. Wenn der Winter dann verlässlich vorbei ist, kommen die Ampeln wieder.

Der Vorteil dieses Vorgehens liegt auf der Hand und hat alle überzeugt. Ab März können die achtwöchigen Arbeiten unterbrechungsfrei umgesetzt werden. Das wäre wahrscheinlich nicht der Fall, wenn jetzt einfach weiter gearbeitet würde. Bei Frost wäre es nicht möglich, die für die Kanalarbeiten aufgebrochenen Flächen provisorisch wieder zu verschließen, da die Lieferung von Asphalt dann nicht gewährleistet ist. Bei hartem Dauerfrost sähe es noch übler aus.

Die jetzige Veränderung bei den Bauarbeiten bringt den Bützflethern eine entspanntere Vorweihnachtszeit und Pendler können ebenfalls zweieinhalb Monate lang durchatmen. Sollte der richtig harte Winter ausbleiben, setzt Firma Henn die Pflasterungen in den Nebenbereichen fort. Also auch dann geht es voran.

06.12.2017