Müllverbrennungsanlage: Kreistag unterstützt Gegner

Umstritten: die Bauruine der Müllverbrennungsanlage direkt an der Elbe. Die Pläne werden derzeit reaktiviert, wogegen sich Protest regt. Archivfoto Strüning


LANDKREIS. Der Stader Kreistag unterstützt die Hansestadt Stade in ihrem Bemühen, die geplante Müllverbrennungsanlage in Stade-Bützfleth zu verhindern. Das hat das Kreisparlament einstimmig beschlossen.

Den Antrag für die Resolution hatte die Fraktion Die Linke gestellt. Der mehrheitsfähige Kompromissvorschlag kam von Stader SPD-Abgeordneten Kersten Schröder-Doms.

Die Planungen sehen aber vor, dass der Müll verbrannt und der daraus gewonnene Strom in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden soll. Dieser zu verbrennende Müll soll aus jährlich rund 200 000 Tonnen Haus- und Gewerbemüll, kontaminierte Industriefilter und Klärschlamm bestehen.

Der zu verbrennende Müll soll voraussichtlich per Schiff und per Lkw sowohl aus dem gesamten Bundesgebiet als auch Ausland nach Stade transportiert werden. „Die Realisierung der geplanten Müllverbrennungsanlage birgt unabsehbare gesundheitliche und ökologische Risiken und überwiegen bei weitem die wirtschaftlichen Interessen der Investoren sowie Betreiber“, sagt Linken-Fraktionschef Benjamin Koch-Böhnke. Der Kreistag hat in dieser Frage keine eigenen Entscheidungsbefugnisse, stellt sich mit der Resolution aber an die Seite der Hansestadt Stade, die das Projekt verhindern will.

24.10.2017