Flüchtlinge in Bützfleth ziehen um


BÜTZFLETH. Zu Irritationen hat der von der Stadt geplante Umzug von Flüchtlingen innerhalb Bützfleths geführt. Dort werden etwa 20 Menschen vom Mühlenweg in die Beamtenkolonie umgesiedelt. Der Stichtag wäre heute gewesen, am Freitag hatte die Stadt daüber informiert. Das war vielen im Ort, vor allem den Flüchtlingen selbst, aber auch den Ehrenamtlichen von der Flüchtlingshilfe, viel zu kurzfristig. Die FDP hatte das Thema in der Ortsratssitzung am Montag angesprochen. Ortsbürgermeister Sönke Hartlef, selbst sehr aktiv in der Unterstützung der Migranten, bestätigte das und kritisierte das Verhalten der Verwaltung: „So geht man nicht mit Menschen um.“ Erster Stadtrat Dirk Kraska entschuldigte sich: „Eine interne Kommunikationspanne.“ Im Normalfall sage die Stadt eine Woche vor Umzug Bescheid.

An der Maßnahme selbst gibt es keine Zweifel. Die Stadt spart Geld. Die vier Wohnungen im Mühlenweg hat sie von privat angemietet, die Kolonie gehört dem Bund, der der Stadt die Wohnungen kostenfrei überlässt. Nur renovieren muss sie selbst. Das ist für die ersten Wohnungen abgeschlossen. Bürgermeisterin Silvia Nieber kündigte in einem Pressegespräch am Dienstag an, an dem Prozedere festzuhalten, wenn die Stadt dadurch Geld spare: „Da verstehe ich keinen Spaß, das wird mit aller Härte durchgezogen.“

In Bützfleth haben sich die Wogen geglättet. Noch gestern gab es eine Ortsbegehung, bei der die Flüchtlinge ihr neues Zuhause kennenlernten. Der Umzug ist auf kommenden Mittwoch verschoben worden.

07.12.2016