Hartlef ist wieder Bützflether Ortsbürgermeister

Der neue und alte Bützflether Ortsbürgermeister Sönke Hartlef (CDU) und seine Stellvertreterin Inge Ahrens (SPD). Foto von Borstel


BüTZFLETH. Es hätte so schön harmonisch werden sollen: Ortsbürgermeister Sönke Hartlef (CDU) stellte sich am Mittwochabend in der konstituierenden Sitzung des Bützflether Ortsrats zur Wiederwahl. Aber: Es scheint neuer Gegenwind aufzukommen.

Es hätte so schön harmonisch werden sollen: Ortsbürgermeister Sönke Hartlef (CDU) stellte sich am Mittwochabend in der konstituierenden Sitzung des Bützflether Ortsrates zur Wiederwahl. So weit keine Überraschungen. Der Vorschlag des Sozialdemokraten Thomas Waskow ein einziges Loblied: „Wir nehmen wahr, dass Sönke Hartlef sein Amt aktiv ausübt und der Ortschaft sehr verbunden ist.“ Er sei in der Bevölkerung akzeptiert – und habe mit 834 Stimmen fast viermal so viele Stimmen wie der Zweitplatzierte eingefahren.

In der geheimen Wahl – beantragt von Hilke Ehlers, neu für die FDP im Ortsrat – kassiert Sönke Hartlef dann aber zwei Nein-Stimmen. Im Dorfgemeinschaftshaus ist ein paar Sekunden nach der Abstimmung allgemein konsterniertes Gemurmel zu hören. Der kleine Denkzettel in dem bislang meist einmütig auftretenden Gremium könnte ein Signal sein. „Hier weht schon jetzt ein anderer Wind durch den Ortsrat“, sagt Hartlef dem TAGEBLATT nach der Sitzung. Hartlef spielt damit auch bildsprachlich auf die geplante Erweiterung des Windparks Bützflethermoor an. Gegen das Projekt sträuben sich Ehlers und Parteikollege Klaus-Johannes Hartlef mit ihrer Interessengemeinschaft Flethstraße vehement.

30 Zuschauer verfolgen im Dorfgemeinschaftshaus die Ratssitzung, in der Hartlef nach seiner Wiederwahl die großen Themen für die neue Amtszeit skizziert: die Fertigstellung der Ortskernsanierung, die mit dem Kreiselbau voranschreite, den Bau einer Seniorenanlage, der in den kommenden fünf Jahren realisiert werden soll, wobei hier noch finanzielle Hürden zu nehmen seien, sowie die Schaffung innerörtlicher Baugrundstücke. Das partnerschaftliche Miteinander mit der Industrie solle aufrechterhalten, Arbeitsplätze stabilisiert oder geschaffen werden. Hartlef: „Aus zwei Playern sind durch Verkäufe und Neuansiedlungen viele geworden – es wird nicht leichter.“

Der CDU-Mann ist seit sechs Jahren Ortsbürgermeister in Bützfleth und in der neuen Ratsperiode auch 1. Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Stade. Hartlef betont, dass jede Fraktion im Ortsrat nun zugleich einen Sitz im Stadtrat innehabe. „Lassen Sie uns diese gute Verzahnung gemeinsam zum Wohle Bützfleths nutzen“, appelliert Hartlef, dessen Stellvertreterin, Inge Ahrens (SPD), ohne Gegenstimme gewählt wurde. Ahrens ist zwar Neuling im Gremium, durch ihren Einsatz für den Ortsverein ihrer Partei sowie für den Bützflether Bürgerverein im dörflichen Miteinander aber keine Unbekannte.

Im 15-köpfigen Ortsrat entfallen auf die CDU nun sechs Sitze, die Sozialdemokraten stellen fünf Mitglieder, je zwei Ortspolitiker sitzen für die FDP beziehungsweise die Wählergemeinschaft Bützfleth (WGB) im Rat. Aus dem Stader Stadtrat wird die Stellvertretende SPD-Vorsitzende Daniela Oswald zudem als nicht-stimmberechtigtes Mitglied entsandt.

Kreiselbau

Der Erste Stadtrat Dirk Kraska gab einen Sachstandsbericht zum Kreiselbau in Bützfleth: „Es gibt Verkehrsprobleme“, sagte Kraska, der wegen der Baustelle leicht verspätet zur Sitzung kam. Kraska lobte die Akzeptanz in der Bevölkerung. Die anvisierte Öffnung der Baustelle vor Weihnachten werde voraussichtlich eingehalten, der Verkehr könne dann wieder beidseitig fließen. Der Tiefbau arbeite derzeit unter Hochdruck. Weil der Bau dem Zeitplan etwa eine Woche hinterherhinke, seien dann vermutlich noch nicht alle Maßnahmen vollständig abgeschlossen.

02.12.2016