Rotorblätter im Bützflether Hafen verschifft

Die Windmühlenflügel werden im Bauch der „Constitution“ verstaut. Pro Reise gehen zwölf Stück – für vier Windmühlen – an Bord.


STADE. Es tut sich was im Stader Seehafen in Bützfleth. In dieser Woche lag der Stückgutfrachter „HR Constitution“ zwei Tage an der Pier der Firma Buss. Er nahm Rotorblätter an Bord, die zuvor von der Firma Adwen Blades GmbH (früher Areva) auf Bützflethersand produziert worden waren.

Sie sind für einen großen Windpark in der Ostsee bestimmt sind. Die Flügel sind 66 Meter lang, je drei gehen an die Nabe des Turms. Insgesamt sollen 180 Stück verladen werden für 60 Offshore-Anlagen. Das heißt: Die „Constitution“ wird 15 Mal am Buss-Terminal festmachen. Sie pendelt zwischen Bützfleth, Sassnitz und Spanien, wo die Grundelemente für die Windkraftanlagen hergestellt werden. In Sassnitz-Mukran hat das Land Mecklenburg-Vorpommern den Basishafen für die Offshore-Windkraft eingerichtet. Hier werden die Anlagen vorinstalliert, ehe sie mit den Errichterschiffen aufs offene Meer gebracht werden.

Marcus Schlichting, Vorsitzender des Vereins Seehafen Stade und Geschäftsführer der Hafen-Firma Elbclearing, freut sich über die positive Entwicklung beim Stückgut. 6,7 Millionen Tonnen wurden 2015 in Bützfleth umgeschlagen. Damit ist er nach Wilhelmshaven und Brake der drittgrößte Hafen in Niedersachsen. Das Gros ist für die Dow und die AOS als Massengut bestimmt. Jetzt spielt Stade auch im großen Offshore-Konzert mit. Neben Adwen Blades gehört die Firma Global Castings dazu, die Großteile aus einem Guss baut – unter anderem für die stählernen Naben der Windkraftanlage oder für die Getriebegehäuse. Das sind mit knapp 50 Tonnen echte Schwergewichte. Der Trend ist klar: Die Rotorblätter werden länger, die gusseisernen Stücke noch schwerer. Dem Seeweg kommt dabei eine immer wichtigere Bedeutung zu. Die wiegen 45 Tonnen: „Das ist erfreulich für den Hafen.“

25.11.2016