Bützflether Hafen: Feuerwehren proben den Ernstfall

Auch der Feuerlöschschlepper „Bützfleth“ war bei der Übung im Nordhafen im Einsatz. Foto Bube


STADE. 50 Feuerwehrleute probten am Donnerstagabend im Industriehafen in Bützfleth den Ernstfall. Das Szenario: Eine Schute fängt Feuer, zwei Angehörige der Besatzung werden vermisst, und eine weitere Person stürzt von einem Anleger ins Wasser.

Aufsteigender Rauch im Decksbereich einer Schute sorgte gegen 18.30 Uhr für den Einsatzbefehl. Mitglieder der Ortsfeuerwehren Bützfleth und Bützflethermoor, der Stader Schiffsbrandbekämpfungseinheit sowie die Besatzung des Feuerlöschschleppers „Bützfleth“ rückten an. Bevor sie den Löschangriff starten und die Vermissten suchen konnten, mussten sie den Löschschlepper für die Brandbekämpfung auf See vorbereiten. Der Schlepper ist bei Bedarf auf der niedersächsischen Elbseite zwischen der Ostemündung und der Hamburger Landesgrenze im Einsatz.

Ein Einsatz auf dem Wasser folgt anderen Regeln als an Land, erklärte der Feuerwehrsprecher Erwin Bube: „Der Feuerlöschschlepper ist zwar mit Schläuchen ausgestattet, dennoch muss zusätzliches Material wie Atemschutzgeräte, Wärmebildkamera, Wasserwerfer und Schwimmwesten an Bord gebracht werden.“ Auf einem Abrollcontainer findet sich das nötige Equipment. Die Schiffsbrandbekämpfungsarbeit wird von Experten der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven speziell geschult.

Mit dem Schlepper gelangten die Feuerwehrleute zum Havaristen. Unter schwerem Atemschutz verschafften sie sich Zutritt zu der Schute. Kein leichtes Unterfangen angesichts der klobigen Ausrüstung, mit der die Einsatzkräfte durch schmale Gänge und niedrige Luken gehen mussten. Dort konnten sie die Besatzungsmitglieder befreien und das Feuer löschen. Die Besatzung des Stader Feuerwehrbootes „Brunshausen“, die ebenfalls alarmiert wurde, rettete einen Arbeiter, der vom Anleger aus ins Hafenbecken gefallen war. Das Boot stand zudem für Sicherungs- und Transportmaßnahmen zur Verfügung. Auch der Einsatzleitwagen des Landkreises und die Fernmeldegruppe unterstützten den Einsatz.

Dass es sich um eine Übung handelte, erfuhren die Kameraden erst vor Ort. Nur Stades Stadtbrandmeister Klaus-Daniel Ney, Stellvertreter Wilfried Spreckels und Bützfleths Ortsbrandmeister Heiko Cordes wussten Bescheid. Ziel war, die neue digitale Alarmierung, den Stand der Ausbildung, die Verfügbarkeit der Spezialkräfte sowie den Transport der Geräte zu testen. In einer Nachbesprechung werden die Verantwortlichen klären, was geklappt hat und welche Schwachstellen behoben werden müssen.

In den letzten Jahren gab es keine Brandkatastrophen auf der Niederelbe, gestandene Feuerwehrleute erinnern sich aber noch an den verheerenden Brand des Küstenmotorschiffes „Ilwa“ nach einer Kollision vor der Insel Krautsand 1981 oder das Feuer auf dem Frachter „Eurokurier“ bei Abbenfleth 1984.

23.09.2016