Polizei sucht drei Täter nach Raubmord in Bützfleth

Am Montag rückte die Spurensicherung in Bützfleth an. Foto Beneke


STADE. Offenbar sind drei Täter für den Raubüberfall am vergangenen Freitag in Bützfleth verantwortlich, in dessen Folge ein 79 Jahre alter Mann starb. Darauf deuten Aussagen von Zeugen hin, die sich am Montag bei der Polizei gemeldet haben.

Das unbekannte Trio soll in einem dunklen Auto geflohen sein. Die Polizei hat eine Mordkommission gebildet, die die Ermittlungen übernimmt.

Bisher wussten die Beamten lediglich von zwei Personen, die am Abend zwischen 20 und 21 Uhr ein älteres Ehepaar in ihrem Wohnhaus im Mühlenweg überfallen haben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gingen die Räuber dabei äußerst brutal vor, schlugen mehrfach auf ihre Opfer ein. Sie misshandelten den Besitzer (79) so schwer, dass er am Sonntagmorgen im Krankenhaus den Verletzungen erlag. Auch seine Frau (73), die den Tätern die Tür öffnete und noch selbst den Notruf absetzen konnte, trug Knochenbrüche und einen Schock davon. Mit mehreren Tausend Euro Bargeld und Schmuck verließen die beiden Räuber das Gebäude. Hier verlor sich zunächst ihre Spur.

Gestern haben Anwohner der Polizei berichtet, dass sie zwei Verdächtige beobachtet haben, die vom Tatort zu Fuß in den wenige Meter entfernten Flethweg gegangen sind. Dort sollen die beiden in ein dunkles Auto gestiegen sein, das auf einem Parkstreifen stand und in dem eine weitere Person am Steuer saß. Mit dem Wagen ist das Trio in Richtung Ortsmitte geflohen, heißt es vonseiten der Ermittler. Nähere Einzelheiten wie Personen- oder Fahrzeugbeschreibungen liegen nicht vor. Auch zu möglichen Motiven schweigen die Polizisten.

Derweil hat eine 30-köpfige Mordkommission ihre Arbeit aufgenommen. Am Montag untersuchten Ermittler des Erkennungsdienstes mehrere Stunden lang das Wohnhaus im Mühlenweg auf Spuren der Täter. Die Auswertung dauert an. Mit einer Spezialkamera fertigten sie 360-Grad-Ansichten des Gebäudes an, um den Überfall zu rekonstruieren. Rechtsmediziner obduzierten den Leichnam des 79-Jährigen. Erkenntnisse zur konkreten Todesursache stehen noch aus. Die Polizei ist weiter auf der Suche nach Zeugen. Sie werden gebeten, sich unter Telefonnummer 0 41 41 / 10 22 15 zu melden.

Im Ort galt die Familie des Toten als wohlhabend. Er war Gründer eines Fruchtgroßhandels mit 100 Mitarbeitern und millionenschwerer Gesellschafter beim Fußball-Bundesligisten Hamburger Sportverein.

Die Tat erinnert an einen Raub im Dezember 2010, bei dem ein 50-jähriger Zaunbauunternehmer aus Oldendorf starb. 2014 verurteilte das Landgericht Stade zwei der vier Männer, die den Überfall mit Todesfolge geplant und umgesetzt haben, zu langen Haftstrafen. Die anderen beiden befinden sich in Weißrussland und damit in Sicherheit vor der deutschen Justiz, weil der osteuropäische Staat nicht in die Bundesrepublik ausliefert. Parallelen zu dem Verbrechen möchten die Stader Polizisten nicht ziehen. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

12.09.2016