Bützfleth bekommt Seniorenanlage

So könnte die von den Stader Betreuungsdiensten geplante Seniorenanlage in der Bützflether Deichstraße einmal aussehen. Sie soll 2018 bezogen werden. Skizze Wichers


BÜTZFLETH. Die gemeinnützigen Stader Betreuungsdienste, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hansestadt, möchte in der Ortschaft Bützfleth eine Wohnanlage für Senioren errichten.

Am Mittwochabend stellten die Geschäftsführerinnen Astrid Eggert und Katharina Goedicke das Vorhaben zusammen mit Architekt Gerd Wichers während der Sitzung des Ortsrates im Dorfgemeinschaftshaus vor.

Damit die Bützflether ihren letzten Lebensabschnitt in gewohnter Umgebung verbringen können, wird im Dorf immer wieder über Angebote für altersgerechtes Wohnen diskutiert. Der Bedarf sei riesig, konstatierte Ortsbürgermeister Sönke Hartlef. Für die Zimmer der kirchlichen Hellwege-Stiftung in der Rebhuhnstraße würden bereits Wartelisten geführt. Die Stader Betreuungsdienste planen nun einen Neubau auf einem städtischen Grundstück an der Deichstraße.

Die Pläne für das Projekt, die Architekt Gerd Wichers den Mandatsträgern und etwa 50 Besuchern im voll besetzten Zuschauerraum vorstellte, sehen vor, ein dreigeschossiges Haus hochzuziehen. Im Erdgeschoss könnten zum Beispiel Ärzte oder Physiotherapeuten eine Praxis betreiben, in den beiden Obergeschossen sollen Wohnungen entstehen. Der Grundriss werde sich an einer Anlage des gemeinnützigen Unternehmens an der Jorker Straße in Stade orientieren. Das schaffe Synergieeffekte und senke die Kosten, argumentierte Wichers gegenüber dem Ortsrat.

Vorgesehen sind drei verschiedene Wohnungstypen mit einer Fläche von maximal 80 Quadratmetern. Rein rechnerisch seien bis zu 22 Wohnungen mit einer Größe von je 47 Quadratmetern möglich. Alle würden zwar „klein geschnitten“, bekämen aber einen Balkon, versprachen die Geschäftsführerinnen der Stader Betreuungsdienste, Astrid Eggert und Katharina Goedicke. Ein barrierefreies Duschbad gehöre zum Standard. Geht es nach dem Entwurf ihres Planers, werden die Fenster hoch ausfallen. Das sorge für einen „luftigen Eindruck“ und ein „angenehmes Raumgefühl“, erklärten die Bauherrinnen. Sie sollen aber nicht bodentief angebracht werden, um einen „Sichtschutz“ für die Bewohner zu gewährleisten.

Damit das Haus auch für gebrechliche oder behinderte Menschen zugänglich ist, soll ein Fahrstuhl die Etagen miteinander verbinden. Von außen werde das auffällige Objekt mit Ziegeln verblendet und mit einem geneigten Dach versehen. Eine gelbe Fassade, wie an der Jorker Straße, werde es in Bützfleth nicht geben.

Was die Mietkosten anbelangt, konnten Eggert und Goedicke keine klaren Aussagen treffen. In dem Komplex seien jedoch Sozialwohnungen vorgesehen, hier liege der Quadratmeterpreis bei 6,50 Euro. Wie teuer das Leben in den frei vermarkteten Einheiten wird, stehe noch nicht fest. Die Preise würden aber „bezahlbar“ bleiben. Im Vergleich zum klassischen sozialen Wohnungsbau habe die geplante Anlage in Bützfleth „eine außerordentlich hohe Qualität“, urteilte Stadtbaurat Lars Kolk, der das Projekt als „Quantensprung“ bezeichnete. Mitglieder des Ortsrates hatten kürzlich das Haus in der Jorker Straße, das als Prototyp für den geplanten Neubau gilt, besucht und zeigten sich angetan von dem hellen Objekt.

Um das Vorhaben an der Deichstraße zu realisieren, soll ein eigener Bebauungsplan für die avisierte Fläche aufgestellt werden. Dazu ist am Donnerstag, 9. Juni, eine gemeinsame Sitzung des Bützflether Ortsrates mit dem Planungsausschuss des Stader Stadtrates angesetzt.

Der Zeitplan ist ambitioniert. Verwaltungsvize Dirk Kraska geht davon aus, dass Ende des Jahres die Ausschreibung starten könnte. Er rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr kommenden Jahres. Im Frühsommer 2018 soll die Einweihung gefeiert werden. Schon jetzt können sich Interessierte bei den Betreuungsdiensten oder dem Ortsbürgermeister melden und angeben, welche Wohnungsgröße sie präferieren. „Wir möchten bedarfsorientiert bauen“, unterstrich Eggert. Wichtig: Wer einzieht, müsse nicht auf die pflegerischen Leistungen der Betreuungsdienste zurückgreifen. Der Dienstleister könne frei gewählt werden.

13.05.2016