Moderne Schatzsucher belagern die alte Festung

Die Vorbereitungen laufen: Der Wohnwagen und die Gans sind Fundstücke, die noch versteckt werden. Von links: Gerd Hansen, Anja Morinez, Gerhard Marks und Peter Schneidereit freuen sich auf das Event. Foto Strüning


STADE. Gerhard Marks ist Geocacher aus Leidenschaft. Er plaudert gern über sein Hobby. Sein Kernsatz: „Geocaching ist ein Volkssport geworden.“ Der Andrang auf das von ihm organisierte Treffen in Grauerort scheint ihm Recht zu geben.

Zu Gast in Lady Sotheby’s Elbschloss“ heißt die Veranstaltung, zu der 1200 Karten gekauft werden können. Die sind so gut wie weg. Geocacher aus der ganzen Republik, aber auch aus Skandinavien, den Beneluxländern oder Portugal, haben sich angekündigt, um Lady Sotheby zu besuchen, dem Geocacher-Synonym von Anja Morinez, die mit Marks das Event organisiert.

Sie wollen vom 15. bis 17. April eine große Party feiern. „Wir stürmen die Festung“ heißt es auf der Internetseite www.event-im-norden.de.

Selbstredend gehen die modernen Schatzsucher auch ins Gelände, um das ein oder andere Versteck zu heben. Allein in Stade gibt es mehr als 100 Caches zu entdecken.

Dazu müssen sich die Geocacher im Internet anmelden, dann bekommen sie die Koordinaten mitgeteilt auf ihrem Handy oder einem GPS-Gerät und können sich auf die Suche machen. Wer ein Versteck ausfindig gemacht hat, notiert seinen Namen ins Logbuch ein, nimmt sich ein kleines Teil als Andenken aus der Box und legt ein neues hinein. Später trägt er seinen Fund online ein. Marks zum Beispiel hat als „Gerti77“ bereits 6000 kleine Schätze aufgespürt.

Je mehr Caches, desto höher ist das Ansehen in der Geocacher-Gemeinde. So ist zum Beispiel der Fischer am Pferdemarkt-Brunnen in Stade ein Ziel.

Speziell für die Veranstaltung im April werden Caches rund um die Festung und in Stade eingerichtet. Für die vielen Reisemobilisten wird ein Wohnwagen in Grauerort versteckt, für die diversen Führungen durch Stades Altstadt eine Gans in der St.-Cosmae-Kirche. Die Stader Tourismus GmbH ist mit im Boot.

Haupttag ist der Sonnabend. Hubschrauber-Rundflüge, ein Segway-Parcours oder Workshops gehören ebenso zum Programm wie abends Livemusik im Fort oder ein Klettergarten mit einer 75 Meter langen Seilbahn. Shops – auch aus dem Ausland – werden aufgebaut.

Der Festungsverein um Peter Schneidereit kümmert sich ums Kulinarische. Marks und Morinez versprechen ein echtes Volksfest – und dem Verein eine Spende in fünfstelliger Höhe. Verdienen wollen beide an dem Event nichts.

Interessierte können an allen Tagen einen Blick in die Festung werfen.

Unterstützt werden die beiden von Gerd Hansen aus Kiel, der sich um Shop und Internet-Auftritt kümmert. Zweimal haben sie Grauerort für die Geocacher getestet. Die Resonanz sei überwältigend gewesen, so Marks.

Keiner kannte die alte Festung, auch die Hamburger nicht, aber viele riefen nach Wiederholung. Die kommt jetzt in Form eines Mega-Events, wie die Szene Treffen mit mehr als 500 Teilnehmern bezeichnet.

Die Organisatoren sind sich sicher: So etwas hat der Norden noch nicht gesehen.

31.03.2016