Hallenspezialisten vom TuSV Bützfleth krönen sich

Jubel beim Hallenkreismeister TuSV Bützfleth – zum ersten Mal und verdient. Mit Bahattin Yilmaz (oben, Dritter von rechts) stellte die spielerisch beste Hallenmannschaft der 20 teilnehmenden Teams auch den besten Fußballer. Das Siegtor im Finale erzielte Sedat Ersoy (oben, Zweiter von rechts). Torhüter Patrick Josch (mit Pokal) machte das Viertelfinale spannend.


LANDKREIS. Die achte Auflage der Fußball-Hallenkreismeisterschaft war dramaturgisch kaum zu überbieten. Mit dem TuSV Bützfleth hat sich die beste Hallenmannschaft unter den Kreisligisten gekrönt. Der TSV Eintracht Immenbeck hatte dagegen weniger Grund zur Freude.

Mit dem TuSV Bützfleth und dem SSV Hagen standen sich im Finale die spielerisch besten Kreisligisten gegenüber. Dass sie echte Hallenspezialisten sind, bewiesen beide Teams erst kürzlich bei der Stader Stadtmeisterschaft. Der SSV hatte im Halbfinale gegen Bezirksligist VfL Stade im Neunmeterschießen verloren. Der TuSV verlor ebenso unglücklich das Finale, nachdem die Bützflether schon 2:0 gegen den großen VfL geführt hatten. Umso ausgelassener war nun der Jubel nach dem knappen 1:0-Finalsieg gegen den SSV Hagen, Hallenkreismeister 2010. Die Bützflether tanzten mit dem ansehnlichen Pokal ebenso leichtfüssig, wie sie in den Spielen zuvor ihre Gegner schwindelig kombiniert hatten. „Wenn man die Leistungen der Bützflether in der Halle über die vergangenen Jahre beobachtet hat, muss man auch anerkennen, dass sie sich den Titel verdient haben“, sagte Carsten Junge, Trainer des ebenbürtigen, aber unterlegenen SSV Hagen. Diese Fairness war so kurz nach der Niederlage keine Selbstverständlichkeit. Dafür war das Finale eine zu große Nervenschlacht für den Verlierer gewesen. Fast zehn der 15 Spielminuten durfte der SSV Hagen mit nur noch drei Feldspielern agieren. Kapitän Fabio Dose hatte in bester Torwartmanier einen Schuss auf der Linie pariert. Die Reflexhandlung ließ dem Schiedsrichter keine Wahl: die Rote Karte. Dass dieser Platzverweis keine Zwei-Minuten-Strafe, wie in der Halle üblicherweise Vergehen geahndet werden, ist, konnten die aufgebrachten Hagener nur schwer akzeptieren. „Da hätte ich mir ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl gewünscht“, sagte Carsten Junge. Aber auch zu dritt lieferte seine Mannschaft den Bützflether Hallencracks ein starkes Duell. Vor allem SSV-Torhüter Jan Scherer brachte die TuSV-Spieler zur Verzweiflung und untermauerte mit neun Glanzparaden die Entscheidung des Kreisspielausschusses, ihn zum besten Torhüter zu küren.

Zum besten Spieler wurde TuSV-Spielgestalter Bahattin Yilmaz ernannt. Die Wahl war schon vorm Halbfinale auf den 29-Jährigen gefallen. Auch er bestätigte mit seinen Leistungen die Verantwortlichen des NFV-Kreises Stade. Den Siegtreffer im Finale legte Yilmaz auf, wie schon so viele zuvor. Sekunden vor Abpfiff bezwang Sedat Ersoy mit einem flachen und harten Schuss Hagens Torhüter Scherer doch noch. Aufgrund der vielen Chancen letztlich verdient, doch dieser Finalsieg war ein hartes Stück Arbeit. Im Halbfinale hatten die Bützflether den SV Bliedersdorf mit feinen Kombinationen auseinander genommen. Im Viertelfinale sorgte TuSV-Torhüter Patrick Josch für unnötige Spannung und Herzrasen aufseiten des späteren Kreismeisters: Der TuSV führte 3:2 gegen Eiche Bargstedt, nur noch wenige Sekunden, doch diese liefen zu langsam ab für Josch, der den Ball am Fuß hatte und nicht abspielte. Plötzlich stand Eiche-Stürmer Jan Fitschen direkt vor Josch, Pressschlag, Tor, 3:3, Penaltyschießen. Doch Josch ließ seinen Fehler schnell vergessen, parierte in bester Handballer-Manier gleich die ersten beiden Torschüsse der Bargstedter und sicherte so das Weiterkommen.

Den Fauxpas des Turniers leistete sich Jörn Augustin, Trainer der TuS Güldenstern Stade II. Weil kurzfristig drei Spieler abgesagt hatten, griff er „ohne nachzudenken“ zum Telefonhörer, wie er dem Kreisspielausschuss-Vorsitzenden Michael Koch erzählte. Mit Dennis Junge und Benjamin Fritzenschaft organisierte Augustin aber zwei nicht spielberechtigte Spieler aus der Bezirksliga-Mannschaft. Laut Regelwerk verlor Güldenstern so seine Spiele nachträglich 0:5. Leidtragender: TSV Eintracht Immenbeck. Der schied so aufgrund des Torverhältnisses als Gruppen-Dritter aus.

08.02.2016