Freibad Bützfleth fehlen die Helfer

Inke Hellmick vom Trägerverein des Bützflether Freibades. Es mangelt nach Nachwuchs. Foto Schulz


BÜTZFLETH. Weihnachtsbäume aus dem Fenster werfen: So machen es die Schweden zum Knut-Fest. Beim Trägerverein des Freibades Bützfleth wurde zwar nicht mit Bäumen geworfen, abgegeben werden konnten sie dort aber trotzdem.

Immer verbunden mit der eindringlichen Bitte: „Wer einen Baum abgibt, darf auch gerne etwas spenden“, wie Kassenwartin Sabine Dreyer sagt. Denn der Verein sei auf Spenden angewiesen, wie Inke Hellmick, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, betont.

Dem Trägerverein des Bades geht es nicht gut. Es mangelt an Nachwuchs und vor allem an freiwilligen Helfern, die das Freibad erhalten. „Die wenigsten sind bereit, einen kleinen Teil ihrer Freizeit zu opfern“, so Hellmick. Obwohl die Mitgliederzahl unverändert bei 600 Personen liegt, fänden sich nur wenige tatkräftige Helfer für die anfallenden Aufgaben wie Putzdienst oder Gartenarbeit. Der aus zwölf Mitgliedern bestehende Vereinsvorstand ist hingegen weiterhin hoch motiviert. Mit viel Herzblut wird am „Vollzeitprojekt“ Freibad gearbeitet. Etwa 4000 Stunden steckten die Ehrenamtler im vergangenen Jahr in die Arbeit rund um das Bad.

Die Bedingungen für den Trägerverein sind nicht einfach. Neue Verordnungen und Regeln für Freibäder bringen die Bützflether immer wieder in gehörige Schwierigkeiten. „Unseren Fünfmeterturm hat der Tüv gesperrt“, sagt Dreyer. Das Problem: Im Becken fehlten drei Zentimeter Wassertiefe. „Das hat 40 Jahre lang niemanden gestört“, zeigt Dreyer wenig Verständnis für die Sperrung.

Zudem war die vergangene Saison schlecht. „Der Sommer war einfach zu kalt“, sagt Hellmick. Rund 10 000 Besucher waren es 2015 weniger als im Jahr davor. Das trifft den Verein, der die Kosten für das Bad ohnehin nicht aus Eintrittskarten und Mitgliedsbeiträgen tragen kann, besonders hart. Daher sind die bis zu 100 000 Euro jährliche Unterstützung von der Stader Bädergesellschaft dringend nötig. Allen Problemen zum Trotz lassen sich die Ehrenamtlichen vom Verein nicht entmutigen. „Wir wollen das Bad für die Leute hier im Ort unbedingt erhalten“, so Dreyer. Sie hofft auf ein gutes Jahr 2016.

12.01.2016