Bützfleth: Sabine Dreyer ist Bürgerin des Jahres

Ortsbürgermeister Sönke Hartlef ernannte Sabine Dreyer in der voll besetzten Bützflether Kirche zur Bürgerin des Jahres 2016. Foto Strüning


BÜTZFLETH. Siebenmal wurde der Titel „Bürger des Jahres“ in Bützfleth bereits vergeben. Er müsste eigentlich „Bürgerin des Jahres“ heißen, denn zum fünften Mal wurde von der Jury eine Frau ausgewählt.

Während des Neujahrsempfangs am Sonntag in der mit 250 Menschen voll besetzten St.-Nicolai-Kirche wurde Sabine Dreyer diese Ehre verliehen. Gründe dafür gibt es genug

Dass Sabine Dreyer im Bützflether Freibad allgegenwärtig sei, sei nur eine Facette ihres „unermüdlichen ehrenamtlichen Schaffens“, begründete Ortsbürgermeister Sönke Hartlef die Wahl. Er überreichte die Urkunde und die Silbermedaille der Ortschaft.

Sabine Dreyer war dabei, als es galt, das Bützflether Freibad zu retten, wofür demonstriert und 2003 ein Arbeitskreis ins Leben gerufen worden war. 2004 gründete sie den Förderverein mit, der zum 1. Januar 2006, also vor genau zehn Jahren, in einem Trägerverein mündete und das Freibad übernahm. Sabine Dreyer kümmerte sich als Kassenwartin um Finanzen, Buchhaltung und Personal.

Sönke Hartlef mit einem Augenzwinkern: „Es war egal, wer unter dir 1. Vorsitzender war.“ Dreyer ließ nicht locker, saß an der Kasse, übernahm die Aufsicht am Becken und half beim Putzen. Als beide Schwimmmeister eine Badesaison ausfielen, hielt sie den Betrieb über Wasser – mit großem Organisationstalent und hervorragendem Krisenmanagement, wie Hartlef betonte.

Dreyers Bützflether Vita weist aber nicht nur das Freibad auf: In den 70er Jahren kam sie nach Bützfleth, reformierte als Übungsleiterin beim TuSV die Gymnastiksparte. Ihre Jazz-Dance-Gruppe hatte Auftritte allerorten. Später war sie in der Kommersgruppe des Schützenvereins und im Vorstand des TuSV aktiv.

Allein 26 Jahre gehörte sie dem Festausschuss an. Bei der Ortsfeuerwehr fungierte sie als First Lady, ihr Mann Matthias Dreyer war Ortsbrandmeister, und packte handwerklich mit an. Selbstredend engagiert sich Dreyer auch bei der Flüchtlingshilfe. Der Applaus der 250 Gäste zum Neujahrsempfang war ihr sicher.

Zuvor schon hatte Pastorin Heike Kehlenbeck während ihrer Predigt das Hohelied aufs Ehrenamt gesungen. Sie kündigte an, dass ab dem nächsten Sonntag die Gottesdienste als „Winterkirche“ unter dem Podest stattfinden werden. Das solle Heizkosten sparen und könnte eine neue Erfahrung werden, wenn alle zusammenrücken.

Unter dem kirchhohen Tannenbaum brachten die Sternsingerinnen ihre Botschaft unter die Gemeinde. Die wiederum sang „Oh, Du fröhliche“ und durfte sich zum Neujahrsempfang, der immer am ersten Sonntag im neuen Jahr stattfindet, an Sekt und Schnittchen laben.

In Bützfleth leben derzeit 4500 Menschen, darunter 80 Flüchtlinge, vor allem junge Männer aus dem Iran, Syrien und Afghanistan. Freitags um 16 Uhr laden Ehrenamtliche, darunter Sönke Hartlef, zum Willkommenscafé ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Es handele sich um sympathische, dankbare und sehr höfliche Menschen, betonte Hartlef. Es sei die humanitäre Pflicht, diese Menschen, die häufig traumatisiert aus ihrer Heimat geflüchtet sind, willkommen zu heißen.

04.01.2016