Bürgermeister Hartlef glänzt als Entertainer

Sönke Hartlef hatte beim Frühstück die Lacher auf seiner Seite. Foto Schulz

BÜTZFLETH. Beim traditionellen Schützenfrühstück in Bützfleth bekommt so manch Politiker sein Fett weg.

Zum ersten Mal in Uniform auf der Bühne und dann gleich so ein Fauxpas: das Vereinswappen auf der falschen Seite angebracht. Aber Sönke Hartlef ist ein findiger Ortsbürgermeister. Kurzerhand beantragte er beim Schützenfrühstück in Bützfleth eine Abstimmung darüber, ob das Wappen auf der rechten Seite künftig ein Alleinstellungsmerkmal des Ortsbürgermeisters sein dürfe. „Der Schnaps soll bei der Abstimmung helfen“, sagte Hartlef. „Das sei so üblich in der Politik.“ Sein Anliegen wurde ohne großen Widerstand durchgewunken.

Hartlef bewies große Qualitäten als Entertainer und machte auch vor Silvia Nieber nicht Halt. „Anfang des Jahres bekommt sie den Termin für das Schützenfrühstück in Bützfleth und bucht dann ihren Urlaub genau in diesem Zeitraum“, scherzte er über die wiederholte Abwesenheit Niebers beim Schützenfrühstück. Die dürftige Teilnahme der Politik erwähnte er nur kurz. Ein Versprechen für das nächste Jahr hatte Hartlef aber parat: „Es werden mehr Politiker vor Ort sein.“ Das habe dann auch nur geringfügig damit zu tun, dass vier Wochen später die Kommunalwahlen anstünden, sagte Hartlef. Das Gejohle im Publikum erreichte seinen Höhepunkt.

Der stellvertretende Bürgermeister Klaus Quiatkowsky schlug in der Folge etwas ernstere Töne an und betonte die Dankbarkeit der Stadt Stade gegenüber den Bützflethern für den guten Zusammenhalt. Er sei sich bewusst darüber, dass Bützfleth in der Vergangenheit „kein einfaches Parkett“ für die Stader Politik gewesen sei. Dann überreichte er dem scheidenden König Ralf Draack symbolisch den Stader Schlüssel.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Kai Seefried blieb nur kurz beim ernsten Ton: „Wir sollten dankbar dafür sein, dass wir so zusammen sein können.“ Die Bemerkung von Parteikollege Hartlef, ob er nach dem jüngsten TAGEBLATT-Interview eine Wohngemeinschaft mit Petra Tiemann gründen wolle, überspielte Seefried gekonnt. Brisante Fässer wie das Thema Windkraft wurden beim Schützenfrühstück in Bützfleth gar nicht erst aufgemacht.

17.08.2015