Buss verleiht dem Stader Hafen Flügel

Einer der Schwerpunkte beim Umschlag im Bützflether Hafen ist die Objektladung im Bereich Windräder. Insbesondere Windflügel und Windradnaben werden verschifft.


STADE. Der Hamburger Hafenlogistiker Buss, der den neuen Terminal im Stader Seehafen in Bützfleth betreibt, kommt so langsam in sicheres Fahrwasser. Nach dem Start im Mai 2012 wird der Terminal schon nach knapp drei Jahren auskömmlich mit einer kleinen schwarzen Zahl zu betreiben sein, ist der für Stade zuständige Buss-Manager Peter Steinmeyer zuversichtlich. Die Schwerpunkte des nur vier Hektar großen Umschlagplatzes liegen bei Massengütern und Spezialladungen.

Nach dem Start im Sommer 2012 lief es zunächst langsam an. Im Jahr danach wurden immerhin schon 15 000 Tonnen umgeschlagen, 2014 bereits 64 000 Tonnen. Und in diesem Jahr erwartet Steinmeyer eine Steigerung auf mindestens 120 000 Tonnen und damit erstmals einen leicht gewinnträchtigen Betrieb. Solche Anlaufphasen von drei, vier Jahren für einen Terminal seien aber völlig normal, keinesfalls beängstigend, sagt der Buss-Mann.

Lediglich in einem Punkt sei die Rechnung bisher nicht aufgegangen – beim Containerumschlag. Hier hatte Buss sich eine Entlastung der eigenen Hamburger Terminals erwartet. „Doch die Kunden nehmen das so nicht an“, weiß Steinmeyer mittlerweile. Grund im Wesentlichen: Die fehlende Hinterlandanbindung, also keine Autobahn bis Hamburg, und der Gleisanschluss auf dem Terminal fehlt auch. Allerdings sei das ja nur eine Frage der Zeit, bis diese wichtige Infrastruktur vorhanden sei. Mit der Hafenerweiterung um etwa 24 Hektar, die sich noch in der Planfeststellung befindet, kommt dann auch das Gleis, und die Autobahn dürfte dann auch fertig befahrbar sein.

Doch der kleine Terminal muss natürlich auch jetzt schon laufen. Und das funktioniert offenbar auch ohne Container. Einer der Schwerpunkte ist die Objektladung im Bereich der Windräder – onshore und offshore. Insbesondere Windflügel und Windradnaben aus Gusseisen, die im Bützflether Industriegebiet transportiert werden, werden im Seehafen verschifft. Weitere Spezialladung könnte schon in diesem Jahr dazukommen. Momentan wird über den Umschlag von Großturbinen verhandelt. Auch Flugzeugbauteile, die zurzeit noch von Stade nach Finkenwerder per Lkw transportiert werden, könnten demnächst bei steigenden Produktionsmengen auf dem Buss-Terminal umgeschlagen werden. Durch die RoRo-Rampe ist er dafür ausgerüstet.

Neben diesen Objektladungen ist es vor allem Massen- und Stückgut, das im Stader Seehafen derzeit umgeschlagen wird. Im landwirtschaftlichen Bereich mit Getreide und Düngemitteln als auch bei Baustoffen sieht Steinmeyer einen Zukunftsmarkt für den Stader Hafen. Eingestiegen ist Buss vor Ort auch in den Umschlag von sogenannten Ersatzbrennstoffen für die Müllverbrennungsanlage am Rugenberger Damm in Hamburg. Konkret wird zu Ballen gepresster Müll aus Irland im Hafen auf Laster umgeschlagen, die anschließend nach Hamburg fahren. In diesem Jahr kommen Mülltransporte nach Magdeburg hinzu. Hier wird er dann in Stade von Seeschiffen auf Binnenschiffe umgeladen.

Überhaupt sei die Umlenkung auch von kleineren Transporten von der Straße aufs Schiff ein Schritt in die richtige Richtung, sagt Buss-Sprecherin Karen Lengenfelder. Hier werde sich einiges auch auf der Unterelbe tun. Dort spiele dann der Stader Terminal eine wichtige Rolle. Im Übrigen sei die Stärke von Buss, dass die gesamte Transport- und Logistikkette aus einer Hand angeboten werde, so Lengenfelder. Hafen-Manager Peter Steinmeyer: „Wir erledigen den Vor- und Nachlauf. Und der Kunde muss sich um nichts mehr kümmern.“

28.03.2015