Kunst in den Kasematten

Die Kunst steht an den Wänden. Die Eimer sind pure Notwendigkeit.


STADE/BüTZFLETH. Jeweils von 11 Uhr bis 18 Uhr ist die Ausstellung der Galerie kit aus Hamburg am Sonnabend und Sonntag für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei.

200 Gäste sind zur Vernissage der „Norddeutschen aktuellen Kunst“ in die Festung Grauerort nach Bützfleth gekommen, darunter die 40 Künstlerinnen und Künstler, die an diesem Wochenende ihre Werke ausstellen. 

Es ist ein besonderes Projekt, das Erhard Untiet und Dorothea Stark in der Festung nahe der Elbe initiiert haben. An den groben Backsteinwänden stehen hölzerne Staffeleien mit rund 250 modernen Bildern und Hochglanzfotografien, dazwischen 100 Skulpturen in allen Größen. Eine geht sogar bis unter die Decke und sieht aus wie die magersüchtige Version einer Nana von Niki de Saint Phalle. Sie heißt „Silberhaar“ und stammt von Bruni Regenbogen.

Balance“ ist der Name der viel kleineren Bronze-Skulptur, die Inka Uzoma über dem natürlichen Spalt in einer Mooreiche schweben lässt. Die Bildhauerin und Malerin aus Eydelstedt ist zum ersten Mal in Stade. „Das schreit hier geradezu nach Kunst“, sagt sie und zeigt in den Raum mit der Gewölbedecke.

Das Konzept der Kunstausstellung basiert auf einer besonderen Auswahl von Künstlern aus Norddeutschland, gepaart mit der Angabe von Preisen an den Werken, die verkäuflich sind. Das sind in Stade so gut wie alle. Es handelt sich um bezahlbare Kunst. Von rund 200 Euro bis knapp 1000 Euro liegen die meisten Werke, die sich als Einzelstück an einer Wohnzimmerwand gut machen würden. Es gibt aber auch einige, die teurer sind.

Was ein bisschen wie Kunst aussieht, aber pure Notwendigkeit ist, sind die Eimer, die in den Kasematten von der Decke hängen. In ihnen wird Wasser aufgefangen, das durch die undichte Decke kommt, erklärt Peter Schneidereit vom Förderverein Festung Grauerort. Sie werden auch noch hängen, wenn am Osterwochenende neue Kunstwerke einziehen. „Noch einmal ganz andere Künstler werden sich dann präsentieren“, sagt Untiet.

28.03.2015