Kreisel-Bau soll Mitte des Jahres starten

Mitte 2015 sollen die Bauarbeiten in der scharfen Kurve am Obstmarschenweg beginnen. Zwei Häuser müssen dann weichen. von Borstel


STADE. Neue Impulse für Ortskernsanierung Bützfleth – Fördertopf in Höhe von 5 Millionen Euro hat Reserven

Lange Zeit ist es ruhig gewesen um die Ortskernsanierung in Bützfleth. Zur Erinnerung: 2009 war die Ortschaft in die Städtebauförderung des Landes aufgenommen worden. Ein Topf mit der Summe von 5,53 Millionen Euro sprang dabei heraus. Bis 2017 muss diese Summe – je ein Drittel vom Bunde, Land sowie der Stadt – ausgegeben werden. 75 Prozent davon sind für Infrastruktur-Projekte reserviert. Bislang ist wenig passiert.

Die Bürger befürchten schon lange, die Politik könnte die Sanierungs-Millionen verfallen lassen. Ortsbürgermeister Sönke Hartlef sagt dazu: „Auch uns Ortsratspolitikern geht es zu langsam. Das Problem ist, dass Gelder nur häppchenweise bewilligt werden.“ „Der Anschub der Projekte ist schon ein gewisses Problem“, gesteht auch Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms auf TAGEBLATT-Nachfrage.

Doch es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Ab Mitte diesem Jahres soll einer von zwei geplanten Kreisverkehrsplätzen in der Ortsmitte gebaut werden. Zunächst kommt der nördliche Kreisel an die Reihe – in der scharfen Linkskurve (aus Stade kommend) am Obstmarschenweg /Ecke Deichstraße. In erster Linie sorgt die schlecht einsehbare Kirchstraße dort für brenzlige Verkehrssituationen.

Die Übersicht zeigt den ersten der zwei Kreisverkehre im Ortszentrum.

Nils Jacobs, Fachbereichsleiter Bau, stellte auf der letzten Ortsratssitzung in Bützfleth die Pläne der Verwaltung vor. Jacobs: „Es geht uns vor allem darum, den Verkehr zwischen den Kreiseln zu verlangsamen, um das Bützflether Ortszentrum und sein Gewerbe zu stärken.“

In der zweiten Jahreshälfte sollen unterirdische Arbeiten am Kabelnetz starten. Danach kann der Abrissbagger anrücken. Für den Bau hatte die Hansestadt zwei Grundstücke an der Hauptstraße erstanden. Ein ehemaliger Friseursalon und das vordere Haus der Kirchstraße, in dem von der Stadt übergangsweise Flüchtlinge einquartiert worden waren, müssen dann für den Kreisel-Neubau weichen.

Die Bauarbeiten könnten zum Problem werden. Denn: Der Obstmarschenweg ist für Berufspendler aus Kehdingen die wichtigste Verkehrsverbindung nach Stade. Auch zu Kostenschätzungen lässt sich aktuell noch niemand hinreißen.

Unklar ist, wann der Startschuss für den südlichen Kreisverkehr an der Kreuzung Obstmarschenweg / Alte Chaussee fällt. Sicher ist hingegen, dass das Vorhaben in den Förderzeitraum fallen muss. Gespräche mit Eigentümern über Grundstücksfragen scheinen ins Stocken geraten zu sein. Ortsbürgermeister Sönke Hartlef: „Die Ortskernsanierung darf sich auch nicht nachteilig auf die heimische Wirtschaft auswirken.“

Für die Modernisierung der Ortsmitte wird momentan der Bürgerpark vor dem Schulgelände gepflastert. Die „grüne Wegeverbindung“ zwischen dem alten Ortskern – rund um die St. Nicolai-Kirche – und dem Obstmarschenweg wird hergestellt. Fuß- und Radwegebrücken über den „Hörne-Götzdorfer-Kanal“ wurden ausgetauscht. Die Sanierung kommt also in die Gänge. Bis Ende 2016 bleibt der Politik, das restliche Geld auszugeben. Für die Bürger dürfte das nach einem echten Luxusproblem klingen.

05.03.2015