Mit viel Engagement zum Bürger des Jahres

Hans-Hermann Ott (links) ist Bützfleths Bürger des Jahres. Für Ortsbürgermeister Sönke Hartlef sei er ein Mentor gewesen. Foto Tiemann


BÜTZFLETH. Bützfleths Bürger des Jahres ist Hans-Hermann Ott.

Beim Neujahrsempfang der Ortschaft Bützfleth zeichnete Ortsbürgermeister Sönke Hartlef den 75-Jährigen aus, den wohl fast jeder in Stade kennt. „Ich bewundere dich für deine Lebensleistung“, sagte Hartlef in seiner Rede. Hans-Hermann Ott sei überrascht gewesen, als ihm die Nachricht übermittelt wurde. „Wenn man den Ruf von Politikern kennt, ist es schwierig das zu glauben“, sagte er nach seiner Ehrung in der Bützflether St. Nicolai Kirche.

Seit 40 Jahren ist Hans-Hermann Ott in der Kommunalpolitik tätig. 1975 wurde er in den Bützflether Ortsrat gewählt, von 1991 bis 2001 war er Ortsbürgermeister. Anschließend übernahm der Bützflether das Amt des letzten ehrenamtlichen Stader Bürgermeisters. Seit 1981 mischte er im Kreistag mit, seit 1991 im Stadtrat als Ratsherr. „Es müssen weit über 1000 Sitzungen gewesen sein, an denen du bis heute teilgenommen hast“, sagte Hartlef.

Doch nicht nur für sein politisches Engagement wurde der 75-Jährige ausgezeichnet. Besonders lobend hob Sönke Hartlef seinen Einsatz rund um die Festung Grauer Ort hervor. Seit 1997 existiert der Förderverein der Festung, dessen Vorsitz Hans-Hermann Ott eigentlich nur vorübergehend annehmen wollte. Seit 17 Jahren hat sich kein Nachfolger gefunden und Ott ist geblieben. Die Festung sei sein Wohnzimmer. „Wer jetzt denkt, ein Vorsitzender ist dafür da die anfallenden Arbeiten zu koordinieren, der irrt gewaltig“, sagt Hartlef. Hans-Hermann Ott schleppe dort selbst Stühle und Tische, rolle Teppiche aus und stehe am Sonntag an der Kasse.

Die Kraft kann man nur aufbringen, wenn die Familie dahinter steht“, sagte Hans-Hermann Ott. Er sei sehr dankbar für die Auszeichnung und dafür, dass es noch Menschen gebe, die sich ehrenamtlich engagieren. Nachdem er sich bei allen Weggefährten bedankt hat gesteht er ein: „Ich soll ja nicht immer ganz einfach sein.“ Sofort entschuldigt der Bützflether sich „bei allen, denen ich auf die Füße getreten bin.“

Bützfleths Bürger des Jahres“ ist nicht Otts erste Auszeichnung. Vor zwei Jahren bekam er das Bundesverdienstkreuz. „Ich hoffe für dich und für uns alle, dass es junge Menschen gibt, die bereit sind, deine wertvollen Aufgaben irgendwann fortzuführen, damit du endlich etwas kürzer treten kannst.“

Vor der Auszeichnung leitete Pastorin Kehlenbeck den Neujahrsempfang traditionell mit einem Gottesdienst ein. Ihm folgte ein kirchlicher und kommunaler Rückblick auf das Jahr 2014. Als besonderen Höhepunkt bezeichnete der Bürgermeister den Umgang mit den Flüchtlingen in der Ortschaft. „Vielleicht, weil wir es seit Jahrzehnten gewohnt sind Neubürger zu integrieren“, sagte Hartlef. Insgesamt 61 Asylbewerber leben zur Zeit in Bützfleth. Zum Schluss gab es einen Ausblick auf das kommende Jahr: Die größte Aufgabe werde aus Sicht des Bürgermeisters die Ortskernsanierung sein. Zwei neue Kreisverkehre sollen 2015 errichtet werden.

05.01.2015