Grünstreifen trennt Industrie vom Dorf


STADE. Vor dem Bützflether Industriegebiet soll ein breiter Grün- und Waldstreifen errichtet werden, um das Industriegebiet von der Ortschaft Bützfleth abzuschirmen. 

Das steht im Zusammenhang mit dem Schallschutzgutachten für den Seehafen und die Industrie wie AOS, Areva und den Nachfolger von N-Prior. Die Unternehmen haben Schallkontingente zugewiesen bekommen, die 2010 in die Bauleitplanung eingearbeitet worden sind. Dieser Bebauungsplan ist aber vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg kassiert worden, weil eine DIN-Norm nicht genannt ist. Wegen dieses Formfehlers muss jetzt der B-Plan nachgebessert werden.

Heilungsverfahren nennt man dieses verkürzte Verfahren, bei dem die B-Pläne erneut ausgelegt werden. Darüber wurde nun im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt diskutiert. Der neue Grünstreifen, der bereits 1976 im B-Plan 333/1 festgeschrieben, aber nie umgesetzt wurde, soll zudem das Konfliktpotenzial zwischen den Bützflethern und der Industrie minimieren. Der Sprecher der Bürgerinitiative für eine umweltverträgliche Industrie, Hans Schmidt, macht in einer Pressemitteilung auf die alten Pläne von 1976 aufmerksam. Er fordert eine zügige Realisierung des „Waldstreifens als Schutz gegen Staub und Geruch“. Die Stadt will diese Fläche zudem als Ausgleichsfläche nutzen,

Thematisiert wurde im Ausschuss auch das Abbruchhaus in der Hökerstraße, wo bei Abbrucharbeiten das Nachbarhaus freigelegt wurde und als einsturzgefährdet gilt. Nun ist die Baustelle großräumig abgesperrt, was insbesondere den CDU-Ratsherren und Vorsitzenden von Stade Aktuell, Wolfgang Drusell, angesichts des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes ärgert. Stades Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms wollte keine Prognose wagen, wie lange die Baustelle, die von der Stadt aus Sicherheitsgründen stillgelegt worden ist, noch blockiert ist. Die Cuxhavener Eigentümerin des Hauses, hatte erklärt, dass sie verhandlungs- und verkaufsbereit sei. Der Stadtbaurat kündigte an, dass die Stadt für den Fall, dass die Verhandlungen stocken, auch eine Ersatzvornahme anordnen könne, das heißt: die Stadt würde das Gebäude absichern lassen und die Baukosten von der Eigentümerin zurückfordern.

15.11.2014