TAGEBLATT on Tour

24.10.2014



Energiewende ist politisch gewollt

Schreibt seine Meinung in der Sonderausgabe TAGEBLATT on Tour: Sönke Hartlef.


SöNKE HARTLEF BüTZFLETH. Die geplante Windparkerweiterung am Bützflethermoor wird in der Ortschaft Bützfleth im Moment kontrovers diskutiert. Der Ortsrat befasst sich mit diesem Thema seit 2010 und gab im Februar 2014 dem Betreiber Energiekontor aus Bremen einstimmig grünes Licht für die Planungen von drei Windenergieanlagen (WEA) bis zu einer maximalen Höhe von 186 Metern, die gemeinsam etwa 7,5 Megawatt Strom erzeugen würden.

Ernsthafter Widerstand war, auch nach den Infoveranstaltungen, in den vergangenen Jahren nicht erkennbar. Und: Die Energiewende ist gesellschaftlich gewollt. Erst als die Planungen ins Detail gingen, formierten sich Kritiker vor allem aus dem Bereich Flethstraße.

Das Gesetz schreibt einen Mindestabstand von 800 Metern im Siedlungsbereich vor, die Häuser der Flethstraße sind etwa 1200 Meter von den WEA entfernt.

Der Ortsrat nimmt die Sorgen der betroffenen Bürger sehr ernst und begleitet das Projekt kritisch. Es wird unter anderem befürchtet, dass es in der Bauphase viele Transporte geben wird. Hier wird der Betreiber an seiner Aussage gemessen, die Ortslage von Bützfleth um jeden Preis meiden zu wollen.

Eine Wertschöpfung für die Ortschaft Bützfleth gibt es neben der Gewerbesteuer und einer zu gründenden Stiftung, die Anteile des Gewinns für soziale Projekte in Bützfleth ausschütten wird, natürlich auch für die betroffenen Grundstückseigentümer. Vor allem landwirtschaftliche Unternehmen schaffen sich ein zusätzliches Standbein und Einnahmen, die diese Betriebe für eine weitere Generation sichern.

Der Ortsrat Bützfleth hat die schwierige Aufgabe, in diesem Abwägungsprozess über das richtige Augenmaß zu verfügen, zumal die Kritiker sich naturgemäß auffälliger organisieren und auch äußern als die schweigenden zustimmende Mehrheit.