Warme Pullis und Mützen für die Seeleute

Seit zwei Jahren strickt Wilhelmine Wichers (links) ehrenamtlich für die Seemannsmission Bützfleth , nachdem Diakonin Kerstin Schefe sie darum gebeten hat. Foto Möller


STADE. Berge von Wolle hat Wilhelmine Wichers schon zu Pullovern, Mützen und Jäckchen verarbeitet. Seit ihrer Jugend strickt die heute 90-jährige Bützfletherin für ihre Kinder, Enkel, Urenkel und Bekannten – und seit zwei Jahren auch für den Seemannsclub Oase in Bützfleth.

Als Kerstin Schefe dort vor zwei Jahren ihre Stelle als Seemannsdiakonin antrat, fragte sie in der Gemeinde nach Ehrenamtlichen, die Lust hatten, für Seefahrer, deren Schiffe im Bützflether Industriehafen anlegen, warme Mützen, Schals und Socken anzufertigen. Seither stricken Wilhelmine Wichers und andere Ehrenamtliche, darunter auch zehn Frauen der Gruppe „Nadelstärke 10“ aus Freiburg und fünf Ehrenamtliche vom DRK-Strickkreis Stade, für die Seeleute. Schefe hat die Erfahrung gemacht, dass Strickbegeisterte irgendwann alle Menschen in ihrer Verwandtschaft, im Freundes- und Bekanntenkreis mit warmen selbstgestrickten Sachen versorgt haben, aber gern Gutes tun wollen. Unter den Ehrenamtlichen sind auch Menschen, die für die Seemannsmission Fahrtendienste übernehmen und in vielfältiger Weise helfen.

Sie schenken auf ihre Art und Weise Wärme und Liebe für die Seefahrer, die unseren Club besuchen. Dadurch wird ein Teil ihrer Freunde und Herzlichkeit um die ganze Welt getragen“, beschreibt Schefe die Arbeit der Ehrenamtlichen.

Dass die von ihr gestrickten Mützen und Pullis eine kleine Weltreise unternehmen und Seefahrer aus aller Welt wärmen, erfüllt Wichers mit Stolz. Sie hilft gern und stellt sich das Leben so „wochenlang auf See“ hart vor. Bewusst wählt sie dunkle Farbtöne aus, die später nicht so schnell schmutzig werden. „Die Philippinos greifen auch gerne mal zu bunten Farben“, weiß Schefe. Als Seemannsdiakonin geht sie an Bord der Schiffe im Bützflether Industriehafen, lädt die Seeleute in den Club Oase in der Johann-Rathje-Köser-Straße ein und ist auch als Seelsorgerin tätig. „Einige gehen nicht oft von Bord und freuen sich über Abwechslung“, berichtet Schefe. Und über die Telefonkarten, die sie ausgibt, damit die Seeleute mit ihren Angehörigen in der Heimat telefonieren können. Sowohl die Telefonkarten als auch die warmen Kleidungsstücke sind bei den Seefahrern sehr beliebt und schnell vergriffen. Deshalb bittet die Oase weiter um Spenden in Form von Wolle und warmer Kleidung, insbesondere Jacken und Pullover. Für die Aktion „Weihnachten am Ohr“ bittet der Seemannsclub um Geldspenden. Von diesen werden Telefonkarten angeschafft, die an den Weihnachtstagen an die Seefahrer verschenkt werden. Die sind auch nach Weihnachten noch begehrt, weil russische Seeleute erst im Januar Weihnachten feiern, ergänzt Schefe.

Spenden erwünscht

Spenden gehen an das Konto Nummer 00 25 35 45 00 der Deutschen Seemannsmission bei der Volksbank Kehdingen (Bankleitzahl 20 06 97 86). Sach- und Geldspenden können direkt im Seemannsclub Oase in der Johann-Rathje-Köser-Straße 5a in Bützfleth abgegeben werden – sonntags bis freitags zwischen 16 und 21.30 Uhr oder nach Absprache mit Seemannsdiakonin Kerstin Schefe unter Telefon 0 41 46/ 12 33.

21.12.2013