Feuer, Verletzte und ein Gastanker in Not - Übung im Bützflether Hafen

Einsatz auf dem Schlepper von der Wasserseite aus: Feuerwehrkräfte während der Übung bei der Dow.


STADE. Eine große Notfallübung fand am Wochenende bei der Dow-Chemical in Stade-Bützfleth statt. Hier probte das Dow-Notfallmanagement zusammen mit der Werksfeuerwehr und den örtlichen Einsatzkräften den Ernstfall. Angenommen wurde ein Feuer auf dem Verladeanleger im Südhafen. Schwerpunkte dieser Übung waren Menschenrettung, Brandbekämpfung sowie ein Notschleppmanöver eines Gastankschiffes.

Gegen 9 Uhr ging bei der Einsatzzentrale der Dow der Notruf ein, dass ein Feuer auf dem Südanleger bei der Verladestation ausgebrochen sei und es dort drei verletzte Personen gebe, die von der Unfalldarstellung des DRK gestellt wurden. Daraufhin wurde die Werksfeuerwehr alarmiert.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich ein Gastanktankschiff bei der Beladung am Anleger. Die Beladung wurde daraufhin sofort abgebrochen, da die Gefahr bestand, dass das Feuer auf das Schiff übergriff. Laut ausgedachtem Szenario der Übungsleitung kam noch hinzu, dass das Schiff nicht aus eigener Kraft den Gefahrenbereich verlassen konnte. Aufgrund dieser Lage wurden umgehend die Ortsfeuerwehren Bützfleth und Stade, der Feuerlöschschlepper Bützfleth sowie ein zweiter Schlepper aus Brunsbüttel alarmiert. Erstmals kam hierbei auch die Brandbekämpfungseinheit (BBE) für Schiffsbrände zum Einsatz.

Die drei verletzten Personen wurden von der Werksfeuerwehr aus dem Gefahrenbereich gerettet und versorgt. Mit Unterstützung der inzwischen eingetroffenen Ortsfeuerwehren wurde dann die Brandbekämpfung am Anleger aufgenommen. Zeitgleich besetzte die Schiffsbrand-Bekämpfungseinheit den Feuerlöschschlepper. Mit Hilfe der Schlepper „Bützfleth“ und „Bugsier 14“ wurde das Gastankschiff aus dem Gefahrenbereich geschleppt. BBE-Einsatzkräfte gingen an Bord und kontrollierten das Schiff. Hierbei wurden mit Hilfe des Löschschleppers vorsorglich eine Wasserversorgung und Gerätschaften für eine eventuelle Brandbekämpfung vorgenommen. Ein Boot der DLRG übernahm die Sicherung der Einsatzkräfte von der Seeseite.

Der Übungsablauf verlief unter den Augen der Beobachter von Aufsichtsbehörden und Organisationen. An der Übung beteiligte Lotsen und Wasserschutzpolizei sorgten für Sicherheit der übrigen Schifffahrt, sie waren ebenfalls als Beobachter mit eingesetzt.

Bei der anschließenden Abschlussbesprechung zeigten sich die Beobachter mit dem Übungsablauf zufrieden. Aber: Im Bereich der Kommunikation der verschiedenen Einsatzkräfte seien Verbesserungen erforderlich.

12.11.2013