Vor dem Ansturm der Kunden: Gretel Frank, Schwiegertochter Christin Frank, Brigitte Gröne und Ivonne Siems, Tobias und Peter Frank (von links). Foto Kappelt

Zurück zu den Wurzeln


Räumungsverkauf im Möbelhaus Meyer - Tischlerei steht künftig im Mittelpunkt - Mehr Platz

BÜTZFLETH. Die Kombi macht's: Meyers als Möbelhaus, Meyers als Tischlerei, Meyers als Bestatter. Vielseitig werden Meyers auch bleiben. Aber für das kleine Möbelhaus am Obstmarschenweg in Bützfleth läuft von morgen an der Räumungsverkauf. Am 2. März schließt das Möbelhaus. Im Mittelpunkt steht dann die Tischlerei, die sich mit acht Beschäftigten in der Fläche verdoppeln wird.
Zusammen mit einem Unternehmensberater haben Meyers an einer Zukunftsaufstellung für ihr Haus gearbeitet. "Bei 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche sind wir einfach zu klein", bilanziert Gretel Frank zusammen mit ihrem Mann Peter Frank. Der Möbelhandel in Konkurrenz zu Riesen-Möbelhäusern hätte spätestens in der nächsten Generation das Aus bedeutet. Sohn Tobias Frank arbeitet sei elf Jahren im elterlichen Betrieb. Das Schwergewicht liegt künftig bei der Tischlerei, die einen Teil des Möbelhauses übernimmt. Die Werkstatt soll nicht nur mehr Platz bekommen, sondern auch maschinell und technisch aufgerüstet werden.
Die Deko-Abteilung bleibt. Gretel Frank wird sie zusammen mit Schwiegertochter Christin Frank und den anderen Mitarbeiterinnen weiterführen - Accessoires fürs schöne Wohnen, Geschenkideen und einige Möbeleinzelstücke.
Das Möbelhaus Meyer hat viele Stammkunden - und das über die Jahrzehnte hinweg. Ein Abschied mit Wehmut, aber auch eine Rückkehr zu den Wurzeln. Vor über hundert Jahren gründeten Maximilian und Fritz Dierks die Tischlerei. Schnell war sie weit und breit die größte. Wer ein Schlafzimmer dort bauen ließ, musste recht früh ordern - mindestens ein Jahr vor der Hochzeit. In der dritten Generation übernahmen die Meyers als Verwandte die Tischlerei von der kinderlosen Familie Dierks.
Die Nachkriegsjahre waren die großen Möbeljahre: Kehdingen und Stade richteten sich neu ein. Nach der Sturmflut 1962 standen viele Menschen notgedrungen vor dem Nichts. Meyers mussten liefern.
Die Tischlerei ist vielseitig aufgestellt- in erster Linie Möbeltischlerei, aber mit dem gesamten Ausbauprogramm. Die Tischlerei arbeitet auch täglich als Dienstleister für den Nachbarn Dow. Geschäftsführer Peter Frank wird sich verstärkt um Bestattungen kümmern.
Tischler sind schwer zu erreichen - immer auf Achse zu den Kunden. Das Deko-Geschäft ist dann auch für die Tischlereikunden da: Aufträge annehmen, Termine machen und beraten. Im Herbst dürfte der Umbau des Geschäfts weitgehend abgeschlossen sein. Bis dahin dürfte auch das neue Firmen-Logo stehen - das Symbol für die Zukunft. (ka)

30.01.2013