Im Gespräch über die Entwicklung im Stader Seehafen (von links): Olaf Lies, SPD-Landespolitiker und Mitglied im Team von SPD-Spitzenkandidat Weil, die Landtagsabgeordnete Petra Tiemann und Buss-Chef Heinrich Ahlers. Foto von Allwörden

Nachdenken über Privatfinanzierung


SPD-Landespolitiker Olaf Lies im Gespräch mit dem Chef von Buss-Ports über den weiteren Ausbau des Seehafens Stade

STADE.. Wirtschaftliche Entwicklung funktioniere nur mit einer entsprechenden Infrastruktur. Deshalb müsse der Seehafen Stade ebenso ausgebaut werden wie die A 26 und die Elbquerung bei Drochtersen. Das sei für ihn gesetzt, sagt Olaf Lies, der im Team des SPD-Spitzenkandidaten Weil als Wirtschafts- und Verkehrsminister vorgesehen ist im Falle eines Wahlsieges am 20. September 2013.
Lies war gemeinsam mit der hiesigen Landtagsabgeordneten Petra Tiemann nach Stade gekommen, um den neuen Buss-Port im Stader Seehafen zu besichtigen und sich mit Buss-Chef Heinrich Ahlers über die Ausbaupläne in Bützfleth auszutauschen. Der drängt darauf, dass die Ausbaupläne um mindestens 20 Hektar zügig vorangebracht werden. Der Hamburger Hafenlogistiker Buss betreibt seit Frühjahr diesen Jahres einen etwa vier Hektar großen Terminal in Bützfleth, sieht aber den Bedarf auf Erweiterung bis 2016/17. Ahlers zum TAGEBLATT: "Hamburg wird dann aus allen Nähten platzen. Wir brauchen Stade als Erweiterungsfläche." Und um diesen Zeitplan zu halten, müsse jetzt geplant werden.
Das sehe er genau, sagt Lies, der fürchtet, dass das Land wegen der selbst auferlegten Schuldenbremse ab 2017 gar nichts mehr investieren werde. Dabei, so Lies, könne es nur eine Entwicklung geben, wenn investiert werde. Etwa über private Finanzierungsmodelle nachzudenken, sei für ihn kein Problem, aber grundsätzlich gehöre Infrastruktur in staatliche Hände. Das sieht auch Ahlers so, der aber PPP-Projekte (Public-Private-Partnership) für machbar hält. Lies möchte nicht nur den Hafen möglichst zügig voranbringen, sondern sieht darin auch keinerlei Konkurrenz oder Konflikt zu Wilhelmshaven. Der Weser-Jade-Port können nur wachsen, wenn auch Hamburg wachse. Er habe alle Küstenhäfen Niedersachsens im Blick. Und speziell mit Hamburgs Entwicklung korrespondiere die Hafenentwicklung an der Unterelbe, speziell in Stade. Auch sehe er, dass ein Hafen in der geplanten Dimension nur funktioniere, wenn es eine A 26 bis nach Kehdingen und einen Elbtunnel gebe. Ebenso müsse die Gleisanbindung gewährleistet sein. Dass die Stadt Stade hier, wie die beim Gespräch ebenfalls anwesende Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) betonte, bereits planerisch für eine Alternativtrasse und Hinterlandanbindung in Vorleistung gegangen sei, lobt Lies ausdrücklich: "Es ist vernünftig, die Planungen auf A 26-Trasse abzustimmen. Das führt nicht zu Verzögerungen bei der A 26-Planung." (pa)

22.12.2012