Rollstuhlfahrer Günther Kensik landet sicher vor der Sporthalle. Foto Koch

Viel Herz und eine ganze Menge Geld


Rotarier spenden dem TuSV Bützfleth 25000 Euro für den Kauf eines rollstuhlgerechten Busses

STADE-BÜTZFLETH. Mit der größten Spende in der Geschichte des Stader Rotary Clubs hat der Serviceclub den TuSV Bützfleth und vor allem die Integrationsgruppe des Vereins glücklich gemacht. 25000 Euro fehlten dem Verein, um sich einen neuen rollstuhlgerechten Bus leisten zu können. "Wenn ich diesen Bus künftig im Landkreis umherfahren sehe, wird es mich mit Stolz erfüllen", bekannte der amtierende Rotary-Präsident Alf Heidemann.
Der 15 Jahre alte bisherige Wagen drohte seinen Geist aufzugeben. Rund 5000 Euro hätte der Verein investieren müssen, um ihn überhaupt über den Tüv zu bekommen, 8000 Euro um ihn wirklich gut herzurichten. "Da überlegt man sich schon, ob das bei einem so alten Fahrzeug noch lohnt", berichtete am Dienstag Vereinsvorsitzender Jan Horwege kurz nach der Übergabe des neuen Fahrzeugs.
Der Verein benötigt ein rollstuhlgerechtes Fahrzeug, um Mitglieder der Integrationssportgruppe für die Trainingseinheiten abzuholen oder um gemeinsame Ausflüge zu ermöglichen. Sechs Ehrenamtliche fahren den Bus. "Manchmal sind die am Dienstag vier Stunden unterwegs, bis alle wieder zu Hause sind", berichtete Abteilungsleiterin Ulla Bunge. So gehört dieses Engagement und das entsprechende Fahrzeug zur Erfolgsgeschichte des Vereins, der bereits vor 30 Jahren mit einem bundesweit ausgeschriebenen Preis ausgezeichnet worden war.
Im Juni dieses Jahres rief der Vereinsvorsitzende Jan Horwege den Rotary-Präsidenten Alf Heidemann an und stieß auf offene Ohren. Heidemann kennt die gut 80 Mitglieder zählende Integrationssportgruppe seit Jahren und zollt der Leistung des Vereins großen Respekt. "Wer einmal bei einer Sportstunde dabei war, der lässt sein Herz dort", sagte er am Dienstagnachmittag.
Nicht nur Herzen, sondern auch eine Menge Geld ließen die Rotarier in Bützfleth. Sie stemmten "die Herkulesaufgabe", so Heidemann, und sammelten die nötige Summe. 23000 Euro der 48000 Euro Gesamtkosten konnte der Verein selbst aufbringen.
Am Dienstag fuhr nun der neue Bus vor, mit sechs Rolli-Fahrern als Passagiere. Günther Kensik, seit fast 30 Jahren Mitglied der Integrationssportgruppe, war schwer beeindruckt. "Das mit der Hebebühne ist schon toll", berichtete er, das Fahrzeug zuvor habe eine ausschwenkbare Rampe gehabt. Die sei nicht so komfortabel gewesen.
Nach einem kleinen Imbiss ging es dann gestärkt zum Training, Rolli-Fahrer und Rotarier. Denn die hatten ihre Sportschuhe mitgebracht. (sh)

06.12.2012