TAGEBLATT on Tour

Viel Verkehr belastet zurzeit den Ortskern von Bützfleth.


Der Plan vom neuen Schul- und Bürgerpark.

Sanierung läuft nur schleppend an


Bützflether Bürgermeister Hartlef geht die Umsetzung zu langsam

Bützfleth.. Die Sanierung des Bützflether Ortskerns bringt für das ehemals kehdinger Dorf, das seit der Eingemeindung 1972 zur Stadt Stade gehört, sicher einen Entwicklungsschub. Aber im Ort wird auch leise Kritik an dem einen oder anderen Plan laut. Vielen Bützflethern - allen voran Ortsbürgermeister Sönke Hartlef - geht es auch zu langsam voran mit der Sanierung.
Außer diversen Plänen, Workshops und Vorgesprächen ist die Ortskernsanierung bisher noch gar nicht richtig angelaufen. "Wir hatten eigentlich gehofft, dass mit der Umgestaltung des Schulgeländes zum Bürgerpark schon längst begonnen worden wäre", sagt Ortsbürgermeister Hartlef. Doch nun soll es erst im kommenden Frühjahr mit den Arbeiten losgehen. Außer dem parkähnlichen Schulgelände soll es dann noch einen Weg von der Schule durchs alte Dorfzentrum an der Kirche vorbei geben. Das ist eines der Kernstücke der Ortssanierung.
Doch auch hier gibt es Kritik. Der Gastronom Peter Hass, auf dessen Gelände immer das Schützenfest stattfindet, fürchtet, dass man den Festplatz durchschneidet und damit der Standort gefährdet sein könnte. Denn der Weg läuft mitten durch Hass' Grundstück, das von dem öffentlichen Weg durchschnitten wird. Da gebe es keinerlei Beeinträchtigungen oder Gefährundungen für den Standort des Schützenplatzes, beruhigt Hartlef, der mit dem gesamten Ortsrat an den Planungen beteiligt ist.
Park und Weg sind mit allerlei Wasserplätzen, Brücken und Begegnungsräumen vorgesehen. Der Park soll zu einem Treffpunkt und Kommunikationsort für Jung und Alt werden, so die Zielrichtung der Planer.
Größte und einschneidendste Maßnahme der Bützflether Sanierung ist die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt. Vor allem die Begrünung der Seitenräume soll die Straße optisch verengen und den Verkehr beruhigen. Zudem soll das gesamte Zentrum dadurch attraktiver und ansprechender wirken. Geplant ist eine Erneuerung etwa vom Edeka-Markt Wiesner bis zur Schule.
Größte und auch teuerste Baumaßnahmen werden hier zwei Kreisverkehre. Zum einen soll die Ampelkreuzung in der Ortsmitte durch einen Kreisel ersetzt werden. Eine relativ einfach umzusetzende Maßnahme, zumal hier reichlich Platz im Kreuzungsbereich für einen Kreisel vorhanden wäre. Das ist aber bei dem zweiten geplanten Kreisel nicht der Fall. In der scharfen Linkskurve auf Höhe ehemals Köser, die ebenfalls durch eine Kreisel ersetzt werden soll, wird es verdammt eng. Ein bis zwei Häuser im Kurvenbereich müssten gekauft und abgerissen werden.
Dieses Vorhaben wird teuer und aufwendig. Es stößt immer wieder auf Kritik im Ort. So sagt etwa Peter Schneidereit aus Abbenfleth - er gehört zu den aktiven und engagierten Bürgern im Ort -, dass er diesen Kreisel für überflüssig hält. Mit dem Geld solle man lieber die Sanierung von Häusern bezuschussen. Im übrigen glaubt er, dass der Ortskern vom Durchgangsverkehr komplett entlastet wird, wenn erstmal die A 26 bis nach Drochtersen gebaut sei.
Auch Hartlef hält diesen zweiten Kreisel nicht für unbedingt nötig. Im Grunde gehe es doch nur darum, hier die Verkehrssituation mit der Einmündung der Kirchstraße zu entschärfen. Er hätte lieber diese Straße umgeleitet und an anderer Stelle auf die Hauptstraße geführt. Aber unabhängig von dieser Planung mahnt der Ortsbürgermeister an, dass es nun zügig weitergehen möge mit der Sanierung, damit die Bürger endlich einmal konkret sehen, dass hier etwas passiere. (pa)

23.11.2012