Freiwillige der Bauhütte mit Maurer Jan Müller.


Gustav Viebrock unterstützt.

Jugendliche helfen bei Restaurierung des alten Forts


Förderverein Festung Grauerort braucht noch 1,5 Millionen Euro - Jugendbauhütte ist mit vier jungen Freiwilligen dabei

STADE.. Die Restaurierungsarbeiten im Fort Grauerort gehen langsam, aber stetig voran. Momentan arbeiten junge Leute von der Jugendbauhütte an einem der Aufgänge in den Kasematten. Rund 1,5 Millionen Euro kosten nach Schätzungen des Vorsitzenden vom Förderverein Festung Grauerort, Hans-Hermann Ott, die Sanierungsarbeiten, um die alte Festung komplett herzurichten.
Seit mehr als zehn Jahren arbeitet der Förderverein daran, das Militär-Fort aus dem vorvergangenen Jahrhundert zu restaurieren. Die alten Kasematten sind mittlerweile fast saniert. Die Fassade, die auch schon zum Teil wieder restauriert worden ist, müsste noch von Putzresten befreit werden. "Eine enorme Arbeit, die viel Geld verschlingt", weiß Hans-Hermann Ott.
Mehr als 500 000 Euro hat der Verein bisher investiert. Überwiegend kam das Geld durch Spenden zusammen. Einnahmen erzielt der Verein auch durch Vermietung der Kasematten oder des ganzen Forts für Feiern oder andere Veranstaltungen. Unzählige Arbeitsstunden der freiwilligen Helfer kommen hinzu.
Hätte er heute noch einmal 500 000 Euro zur Verfügung, wäre an den Gebäuden das meiste geschafft, sagt Ott. Am kostspieligsten ist jetzt noch die Herrichtung der Außenanlagen mit weiteren Parkplätzen. Auf rund eine Million Euro taxiert der Vereinsvorsitzende diese Kosten.
Nun wird mit Unterstützung der Jugendbauhütte der alte mit Baustein gemauert Aufgang hergerichtet. Von diesen Aufgängen gibt es vier, zwei werden aber nur genutzt. Mit Rat und Tat steht den jungen Leuten Jan Müller zur Seite. Der erfahrene Maurer arbeitet für Firma Viebrock in Harsefeld - in der Spezialabteilung für Restaurierungsarbeiten. Der Senior Gustav Viebrock hat seinen Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung gestellt, weil er den Verein unterstützen möchte, aber auch das Engagement der jungen Leute vorbildlich findet.
Der mobile Einsatztrupp der Jugendbauhütte besteht zurzeit aus Barnabas Friedrich (19) aus Bonn, Jan-Malte Timm (17) aus Stade, Lisann Saupe (19) aus Buxtehude und Lisa Behncke (19), ebenfalls aus Buxtehude. Sie alle arbeiten freiwillig an dem Projekt, finden es spannend, auf diese Weise alte Handwerkstechniken kennenzulernen. Die meisten der Bauhütten-Jugendlichen nutzen die Zeit zwischen Abitur und Studium, um sich zu orientieren und - oft etwas schulmüde - einmal den Kopf freizubekommen, sagt Eva Pfennig, die hauptamtliche Leiterin der Jugendbauhütte Stade mit Sitz im Schloss Agathenburg. Die Jugendbauhütte ist eine Einrichtung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Seit vier Jahren gibt es im Landkreis Stade eine von bundesweit insgesamt 13 Jugendbauhütten. Die jugendlichen Freiwilligen arbeiten handwerklich bei Denkmalschutzprojekten oder auch wissenschaftlich etwa bei den kommunalen Archäologen oder in Museen.
Eva Pfennig sucht noch Einsatzorte für ihre 22 jungen Helfer. Interessenten melden sich unter 04141/ 542230. (pa)

12.10.2012