Die Abschlussfeier der Paralympics: Ulla Bunge ist überglücklich, dass sie dabei sein durfteFoto Bunge

Bützfletherin bei Paralympics


Ihr Arbeitgeber ermöglichte Ulla Bunge eine für sie unvergessliche Reise zu den Paralympis nach London

STADE. Seit 25 Jahren setzt sich Ulla Bunge für die Integration von Menschen mit Behinderungen im Sport ein. Jetzt wurde der Bützfletherin ein Traum erfüllt: Sie war bei den Paralympics in London. "Ich hatte das Gefühl, dass mir mit einem Mal für alles gedankt wurde, was ich die letzten Jahre getan habe", sagt Ulla Bunge überglücklich.
Bunge arbeitet als kaufmännische Angestellte bei der Dow in Stade. Insgesamt wurden 800 Mitarbeiter der Dow weltweit nominiert, die sich ehrenamtlich für die Inklusion oder Integration von Menschen mit Behinderungen einsetzen. Am Ende erhielten 20 Mitarbeiter den Titel "Champion of Inclusion" und durften nach London fliegen. "Ich habe mich gefühlt, als wenn mir das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde", sagt Ulla Bunge.
Bis zu einer E-Mail im Mai 2012, in der Ulla Bunge die Teilnahme bestätigt wurde, wusste sie noch nicht einmal, dass sie nominiert war. Still und heimlich hatten sie drei Mitarbeiter vorgeschlagen. "Wir hätten alle sofort für Ulla gestimmt", sagt Pressesprecher Joachim Sellner.
Dabei sah es beim Antritt ihrer Reise nicht so aus, als ob alles klappen würde: "Ich stand mit Tränen in den Augen am Flughafen", sagt Ulla Bunge. Der Streik der Flugbegleiter der Lufthansa machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Ihr Flug wurde kurzfristig gestrichen, und so kam die Bützfletherin mit ihrem Mann erst später als geplant in London an. "Die Leichtathletik haben wir deshalb leider verpasst", sagt Ulla Bunge tief enttäuscht. Zu allem Überfluss fehlte dann auch noch ihr Gepäck. Erst am Abreisetag kam es an. "Dann geht es auch mal ganz ohne was", sagt Bunge.
Doch als sie vom folgenden Tag berichtet, überschlägt sie sich fast vor Begeisterung: "Ich habe die Blindenfußballer unglaublich bewundert, und gleichzeitig hat mich ihr Schicksal so sehr berührt." Mit Tränen in den Augen habe sie das Spiel verfolgt. Wenn man Bunges strahlenden Augen und ihr Lächeln sieht, wird klar, was ihr die Reise bedeutet hat.
Als Leiterin der Integrationsabteilung des TuSV Bützfleth setzt sich Ulla Bunge für die Integration von Behinderten im Sport ein. "Die Menschen ohne Behinderung können denen mit Behinderungen in den gemischten Gruppen wunderbar helfen", sagt Bunge. Dabei ist die 40-Jährige in verschiedenen Sportarten aktiv: Reiten, Tennis, außerdem leitet sie einen Lauftreff. Am Freitag 14. September veranstaltet der TuSV Bützfleth ein Integrationssportfest. Um 14 Uhr treffen sich behinderte und nicht behinderte Sportler auf dem Sportplatz am Freibad und testen ihr Können in drei Disziplinen. "Keiner bleibt draußen", sagt Bunge.
Am Sonntag, 23. September, gibt es einen Volkslauf, der um 10.45 Uhr startet. Bis zum 17. September werden die Anmeldungen angenommen.
www.spass-an-tennis.de (tie)

14.09.2012