So mafiosimäßig wie Stadeum-Chef Ahrens (links) lief Festungsfreund Ott extra nicht herum.

Holk-Blues reißt Massen mit


Die Men in Black gastierten Freitagabend beim Holkfest in der Festung Grauerort

STADE. Einen mitreißenden Marsch durch die Geschichte des Rock'n'Roll legten die "Men in Black" - die Männer in Schwarz - am Freitagabend in der Festung Grauerort aufs Bühnenparkett. Mit fetzigen Rhythmen und schicker Lichtshow zeigte die zehnköpfige Band, das mit Songs von Elvis Presley, den Beatles und den Blues Brothers eine Festung voller Leute richtig in Schwung zu bringen.
Mitmachen war angesagt. Bei den "AAs" und "Oos" hakte es noch ein bisschen. Aber schon nach den ersten Liedern war das Publikum, das die Lieder von Elvis und Bill Haley in jungen Jahren miterlebt hatte und deshalb mitsingen konnte, voll dabei. Das Hey kam textsicher, Schunkeln sowieso und beim Soul-Potpourri standen 1000 mitgerissene Musikfans klatschend und Arme schwenkend in den Stuhlreihen.
Im Scheinwerferlicht standen vor allem die "Men in Black", die mit exzellenten Stimmen überzeugen konnten. Ob Freddy Mercury, Frank Sinatra und Dean Martin, die legendären Blues Brothers oder Beatles - die drei Sänger brachten die Songs aus den 50er bis 80er Jahren überzeugend über die Rampe. Ihre ungelenken und hüftsteifen Tanzschritte allerdings gehen nur unter dem Motto Entertainment durch. Das wirkte wie Frühsport am Abend mit Beleuchtung.
Zwei Sängerinnen, die im Ladies-Teil zeigten, dass sie stimmlich eine Wucht sind, und fünf Musiker der Live-Band machten aus dem Auftritt eine gelungene Sache. Der zeigte, welche Vielfalt sich unter der Überschrift Holkfest verbirgt. Denn das ist Konzept: Das Holk-Spektakel bietet einen Mix aus Klassik, Schauspiel, Kabarett und eben Musik.
Auch die Mitarbeiter des Stadeums hatten sich als Men in Black in Schale geschmissen. Am Eingang warfen Kristin Schlensok und Julia Voigt einen Blick auf die Eintrittskarten. Unterstützt wurden sie von einem "preussischen Gefreiten", den Günter Bartsch spielte. Auch Stadeum-Chef Egon Ahrens begrüßte viele Besucher stilecht mit Sonnenbrille Hut und schwarzem Anzug.
Nur Hans-Hermann Ott fiel aus dem Rahmen. Nicht, weil er sein Festungslied sang, sondern weil er sich extra hell gekleidet hat, damit er nicht so nach Mafioso aussieht. "Ich weiß auch nicht, was auf uns zukommt, aber es wird toll", sagte Ott. Er behielt recht: Es begann eine Show, die die Festungsmauern erbeben ließ. (ief)

01.09.2012