Nahmen den Terminal offiziell in Betrieb (von links): Minister Jörg Bode, Dr. Johann Killinger, Gesellschafter der Buss Group, Heinrich Ahlers vom Buss-Vorstand, Bürgermeisterin Silvia Nieber, CDU-Landtagsabgeordneter Kai Seefried und Dr. Jens-Albert Oppel, von Niedersachsen Ports.




Stade hat einen eigenen Seehafen

Buss eröffnet Terminal und setzt auf Erweiterung

STADE.. Die Stadt Stade hat nun einen erweiterten Seehafen. Am Freitagnachmittag fiel der offizielle Startschuss für das neue sogenannte Multipurpose Terminal von Buss in Bützfleth. Damit wird jetzt die erste kleine Hafenerweiterung in Betrieb gehen. Doch Buss und die Stader setzen vor allem auf die große Erweiterung, die auf einer Fläche von rund 40 Hektar realisiert werden könnte. Doch die ist noch in der Planungsphase.
Als "Meilenstein in der Entwicklung des Seehafens Stade" bezeichnete der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) bei der Einweihungsfeier die neue Hafenanlage, die die Landestochter N-Ports erstellt hat. Buss bewirtschaftet die 3,5 Hektar große Fläche und hat die Suprastruktur mit Flächenversiegelung und Multifunktionskran erstellt. Mehr als elf Millionen Euro hat Buss investiert.
"Das ist nur der Anfang. Wir wollen einen richtigen Seehafen in Stade betreiben", meinte Buss-Vorstand Heinrich Ahlers vor der Presse. Gemeint ist damit die zweite große Hafenerweiterung. Ob es wirklich einmal die ursprünglich angedachten 40 Hektar sein müssen, sieht Ahlers nicht unbedingt. Sein Ziel ist es, wenigstens um die 20 Hektar in Stade zu betreiben, und etwa vier bis sechs Schiffe müssten anlegen können.
Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für einen weiteren Hafenausbau in Stade. Buss beteiligt sich an den Vorplanungen und will bis Jahresende konkrete Pläne vorlegen und dann mit N-Ports abstimmen. Im Idealfall sollte schon 2016 das große Seehafen-Terminal von Buss eingeweiht werden können. Vor allem die Transporte für die Offshore-Windparks in der Nordsee würden dann enorme Terminalkapazitäten benötigen. Ahlers: "Wir werden 2015/16 aus allen Nähten platzen und brauchen einen großen Stader Seehafen."
An der jetzt in Betrieb genommenen 210 Meter langen Kaikante können Schiffe bis zu 180 Metern Länge und 8,5 Metern Tiefgang abgefertigt werden. Für einen sicheren Umschlag sorgt ein mobiler Kran, der mehr als 100 Tonnen Gewicht tragen kann. Interessant sei der Umschlagplatz für die gesamte Metropolregion, heißt es von Buss.
Auf dem Terminal sollen künftig Projektladung, Stückgut, Roro, Container, Massengut und Offshore-Flügel vom benachbarten Hersteller Areva auf dem ehemaligen Hydro-Gelände verladen werden. Im Gespräch sei Buss auch mit der Dow, um Dow-Container von der Straße auf kleinere Feederschiffe zu verlagern. Dafür gibt es auf dem Terminal auch einen eigens abgesicherten Platz für Gefahrgüter, auf dem insgesamt 47 Container abgestellt werden können. Auch Flugzeugfbauteile von Airbus sollen auf dem Terminal verladen werden.
Zusammen mit der Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber, Dr. Jens-Albert Oppel, Sprecher der Geschäftsführung von Niedersachsen Ports, Buss-Vorstand Heinrich Ahlers und Dr. Johann Killinger, geschäftsführender Gesellschafter der Buss Group, setzte Minister Bode bei der Schlüsselübergabe symbolisch den mobilen Ladekran in Bewegung.
Der Wirtschaftsminister erklärte, dass das Land die Stadt Stade bei ihren Planungen eines Industriegleises parallel zur Autobahn unterstütze und eine solche Planung auch für sinnvoll halte. Denn er wisse doch, dass ein Hafen ohne vernünftige Hinterland-anbindung nicht funktionieren könne. Dazu gehöre natürlich auch der Endausbau der A 26. Bode: "Da bewegt sich jetzt ja in Hamburg einiges."
Der Wirtschaftsminister erklärte weiter zu dem ersten kleinen Hafenausbau: "Die Inbetriebnahme des neuen Buss-Terminals ist der erste Schritt in der Entwicklung des Hafens hin zu einem modernen Mehrzweckterminal. Die Landesregierung hat diese Maßnahme mit Landesmitteln unterstützt und mit zusätzlichen EU-Mitteln gefördert."
Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) glaubt, dass mit der ersten Hafenerweiterung die Wirtschaftsentwicklung der Hansestadt einen großem Schritt vorangekommen ist: "Das ist ein ganz wichtiger Faktor für unsere Infrastruktur." Auch ist sie optimistisch, dass schon bald die nächste größere Erweiterung des Seehafens umgesetzt werden könne. Alle Signale dafür seien im grünen Bereich. (pa)


Die Buss Gruppe

Buss Port Logistics mit Hauptsitz in Hamburg betreibt sogenannte Multi-Purpose-Terminals in Hamburg und weiteren Häfen und steht für ein umfangreiches Angebot hafenspezifischer Dienstleistungen. Die Terminals schlagen Container, Projektladung, Stück- und Massengut um. Geschäftsprinzip der Hamburger Gruppe: ein umfassendes Angebot an eigenen Hafendienstleistungen, das von der Stauerei über das Laschen und Sichern bis hin zu Exportverpackungen reicht. Zudem plant und entwickelt Buss neue Hafenanlagen. Als Offshore Wind Logistiker bietet Buss Basis-, Produktions- und Servicehäfen beziehungsweise Terminals in Eemshaven, Sassnitz und Stade.

26.05.2012