Weiter Streit um das Hanse-Weekend


Veranstalter hält an seinen Plänen fest und kritisiert die Stadt - Verwaltungsgericht in Stade urteilt bis Ende April

STADE. Der Veranstalter des Hanse-Weekends, das für Anfang Juni in Grauerort geplant ist, gibt nicht klein bei. Nachdem die Stadt Stade die Veranstaltung nicht genehmigt hatte, lud Sven-Bolko Heck vom Hamburger Medienhaus Heck am Mittwoch zur Pressekonferenz, um sein Sicherheitskonzept vorzustellen. Genau das hatte die Stadt angezweifelt und deshalb die Genehmigung der Veranstaltung versagt.
"Ich kann die Position der Stadt einfach nicht verstehen. Die Argumente sind nicht nachvollziehbar. Das ist reinster Feudalismus hier", fährt Heck, der seit 21 Jahren professionell im Veranstaltungsgeschäft tätig ist, schweres Geschütz gegen die Stadt auf. Die hatte in der vergangenen Woche die Ablehnung rausgeschickt - unter anderem mit der Begründung, dass das Verkehrs- und Parkkonzept nicht ausreichend sei und die Fluchtwege nicht gegeben seien bei den Besuchermengen und dem Charakter der Großveranstaltung. Heck hält dagegen, dass für den Verkehr und das Parken Konzepte vorhanden seien und auch für die Fluchtwege im Falle einer Katastrophe.
Der Veranstaltungskaufmann hat keinerlei Verständnis dafür, dass die Stadt ihn und seine Mitarbeiter nicht rechtzeitig an einen Tisch gebeten hat, um eventuelle Unklarheiten auszuräumen. Es sei eine unglaubliche Arroganz, mit der man ihm begegnet sei. Alles sei nur schriftlich gelaufen. Gegen den Ablehnungsbescheid hatte Heck sofort eine Klage beim Verwaltungsgericht Stade eingereicht. Das Gericht habe ihm zugesagt, bis Ende April eine Entscheidung zu treffen.
Für das Wochenende vom 1. bis 3. Juni plant Heck ein dreitägiges Fest mit der Hauptzielgruppe Motorradfahrer - speziell der Harley-Fahrer. Ihnen und allen anderen Besuchern soll ein "Familienfest" (Heck) geboten werden mit Bands, gastronomischem Angebot in der Festung und in den Kasematten sowie Ausstellungen mit Motorrädern und von Herstellern von diversem Biker-Zubehör. Heck rechnet mit etwa 15 000 Besuchern an allen drei Tagen.
Darunter seien nach den Erfahrungen der vergangenen Hanse-Weekends, die in Lübeck mit bis zu 200 000 Besuchern stattgefunden haben, etwa 20 Prozent Motorradfahrer. Die Besucher kämen aus ganz Norddeutschland und würden die Region um Stade bekanntmachen. In der Regel würden viele Besucher wiederkommen. Zudem ließen sie auch Geld in der Stadt, würden hier teils in Hotels übernachten. Das sei doch aktives Stadtmarketing, sagt Heck.
Der Vorsitzende des Fördervereins Grauerort und Stader Kommunalpolitiker, Hans-Hermann Ott, war nach Darstellung Hecks trotz Zusage nicht zu der Pressekonferenz gekommen. Ott hatte vergangene Woche die städtische Entscheidung kritisiert und fürchtet Folgen für andere große Veranstaltungen im Fort Grauerort. (pa)


Gespräch mit Nachbarn

Um die Nachbarn zu beruhigen und über das Verkehrs- und Sicherheitskonzept zu informieren, lädt Sven-Bolko Heck für Freitag, 13. April, alle Anrainer zu einer Informationsveranstaltung ein. In der Festung Grauerort selbst sucht Heck ab 18.30 Uhr das Gespräch mit den Nachbarn. Alle direkten Anlieger sind bereits persönlich eingeladen worden, andere Interessierte aber auch willkommen.

12.04.2012