Waryas geht zurück nach Kehdingen


Der Pole wird bei der HSG Bü/Dro Spielertrainer

BÜTZFLETH. Marcin Waryas (28) wird ab der kommenden Saison Trainer beim Handball-Oberligisten HSG Bützfleth/Drochtersen. Der Pole, der bis zum Saisonende noch beim Drittligisten SV Beckdorf unter Vertrag steht, kehrt damit zurück an seine alte Wirkungsstätte. Waryas lief bis Weihnachten für die HSG in der Oberliga auf und wechselte dann in der Winterpause nach Beckdorf. Vorher spielte er beim Drittligisten VfL Fredenbeck. Fredenbecks Ex-Trainer Michael Hein hatte Waryas einst entdeckt und ihn nach einem langen und handballfreien Aufenthalt in Schottland für die dritte Liga fit gemacht.
Damit hat die Suche nach einem Nachfolger für den am Saisonende zum TSV Bremervörde gehenden Kehdinger Trainer Ralf Böhme ein Ende. Waryas bekommt bei der HSG Bützfleth/Drochtersen eine Doppelrolle. Er soll als Spielertrainer fungieren. Mit dieser Entscheidung bestreite die HSG neue Wege. Einen Spielertrainer habe die Mannschaft bis dato noch nie gehabt, sagt Sprecher Rudi Ohm. Das Team habe die Nachricht von der Rückkehr des Spielmachers mit sehr viel Zustimmung aufgenommen. Nach dem Wechsel von Waryas nach Beckdorf sei der Kontakt nie abgebrochen. Waryas' Entscheidung für die Kehdinger sei aus dem persönlichen Wohlfühlgefühl bei Verein und Mannschaft entstanden, sagt Ohm. Bei der HSG schätze man die handballerische Intelligenz des Rückraumspielers und seine Integrationsfähigkeit. Außerdem habe ihn schon seit langem die Traineraufgabe gereizt. Für Waryas ist es die erste Station als Trainer. Ralf Böhme hinterlasse bei der HSG große Fußstapfen. "Was Ralf gemacht hat, will ich weiterführen", sagt Waryas. Er verstehe die Leute im Verein und im Umfeld, und sie verstünden ihn. Das ist nicht sprachlich gemeint. Waryas verfolgt die selbe Handball-Philosophie wie sein neuer und gleichzeitig alter Verein. Als Spielmacher habe er bereits unter Böhme in der Kabine oder in Auszeiten seine Nebenleute eingeschworen und die taktische Marschroute vorgegeben. Seine Mitstreiter schätzen, dass alles, was Waryas sagt, Hand und Fuß habe.
Ausschlaggebend für den Wechsel zur HSG sei gewesen, dass sein Körper nach mehreren Jahren in der dritten Liga Ruhe brauche, sagt Waryas. Deshalb werde er sich nur das Spielertrikot überstreifen, wenn die Mannschaft seine spielerischen Qualitäten benötige. "In der Mannschaft spielen viele junge Talente. Erstmal sollen sie spielen, um sich sportlich weiterzuentwickeln", sagt Waryas. Die HSG habe viel Potenzial und spiele eine gute Rolle in der Oberliga. Aber in den nächsten Jahren hieße das Ziel vor allem Klassenerhalt. Mehr sei in Kehdingen finanziell sowieso nicht möglich. Derzeit rangiert die Mannschaft auf einem gesicherten Mittelfeldplatz in der Oberliga-Nordsee.
In der laufenden Saison will sich Marcin Waryas allerdings in erster Linie auf den SV Beckdorf konzentrieren. Der Verein steckt in der Dritten Liga Nord noch mitten im Abstiegskampf und benötigt aus den verbleibenden sieben Spielen jeden Punkt. Am kommenden Sonnabend um 18 Uhr tritt die Mannschaft von Trainer Uwe Inderthal auswärts beim aktuellen Tabellenzweiten SV Henstedt-Ulzburg an.
Seine Wadenverletzung hat Marcin Waryas auskuriert. In der vergangenen Woche hatte er deshalb auf das tägliche Training verzichtet. Gegen den Tabellenzweiten räumt der Pole dem SV Beckdorf durchaus Chancen ein. "Wenn alle einen guten Tag erwischen, können wir auch dort bestehen", sagt er. (db)

21.03.2012