Die Erneuerung von Straßen im Bützflether Industriegebiet fordert in diesem Jahr den Einsatz erheblicher Haushaltsgelder.



Der Straßenbau schluckt viel Geld


Hohe Investitionen im Bützflether Industriegebiet - Anliegende Industriebetriebe und Land Niedesachsen sind finanziell mitbeteiligt

STADE.. Stades Straßen kosten die Stadt jedes Jahr viel Geld. Auch im Sparhaushaltsentwurf für 2012 stehen allein 2,7 Millionen Euro für Investitionen in das Straßennetz. Weitere 3,6 Millionen Euro fließen jährlich in den Unterhalt der Straßen - vom Winterdienst bis hin zu Reparaturen.
Stades Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms relativiert aber die Kosten von 2,7 Millionen Euro für Straßenneubauten: "Wir bekommen natürlich auch Zuschüsse vom Land und die Kostenanteile der Anlieger." Dadurch werde der städtische Anteil deutlich reduziert. Aber die Notwendigkeit, in die Straßen zu investieren, sei einfach gegeben. Manche Maßnahmen schiebe die Stadt schon länger vor sich her.
Dazu gehören beispielsweise die Straßen im Bützflether Industriegebiet. Für dieses Jahr ist die Erneuerung der Johann-Ratje-Köser-Straße, die vom alten Deich bis in den Hafen führt, geplant. Das 1,7 Kilometer lange Teilstück kostet rund 1,65 Millionen Euro. Dafür gibt es aber einen Zuschuss von 620 000 Euro aus dem Topf des sogenannten Entflecht-G-Programms, aus dem Bauten von Straßen mit überörtlicher Bedeutung bezuschusst werden. Diese Einstufung sei gegeben, weil die Straße zu Hafen und zur Bundeswasserstraße Elbe führe, sagt Gerd Allers, Leiter der Tiefbauabteilung der Stadt. Weitere 40 Prozent der Kosten holt sich die Stadt dann von den Anliegern wieder - in diesem Fall die Bützflether Industriebetriebe.
Im Jahr 2013 soll die Bützflether Industriestraße erneuert werden. Die rund 2,5 Kilometer lange Straße, die parallel zum Deich bis zur Landesstraße 111 auf Höhe Götzdorf führt. Diese Baumaßnahme kostet nach Allers Hochrechnung rund 2,2 Millionen Euro.
Der Straßenbau im Industriegebiet ist in diesem Jahr der größte Brocken. 350 000 Euro sind noch für die Straßenerneuerungen der Weidenstraße und der Töpferstraße angesetzt. Dort werden dann auch die Kanalnetze erneuert beziehungsweise bei der Regenentwässerung erst hergestellt.
Wenn diese Maßnahme abgeschlossen sei, dann sei das ganze Gebiet erneuert, sagt Allers. Die übrige Summe aus dem Investitionstopf für Straßenbau setze sich aus diversen kleineren Baumaßnahmen und auch Planungskosten zusammen.
Dazu gehört etwa eine neue kleine Brücke über den Mühlenbach in Hagen auf einer Nebenstrecke nach Deinste. Baukosten hier: 70 000 Euro.
Planerisch werden in diesem Jahr zwei Kreisverkehre auf den Weg gebracht. Zum einen wird der Kreisel am Ende der Freiburger Straße geplant. In ihm laufen der Zubringer zur A 26 (Abfahrt Stade Nord auf Höhe Schnee), die Freiburger Straße und die neue Planstraße mit dem Arbeitsnamen Wischhafener Straße , die die Harschenflether Vorstadt quert, zusammen.
Die Pläne müssen schnell fertiggestellt werden, weil sie in die Planfeststellung des fünften Bauabschnitts der A 26 von Stade zum Kehdinger Kreuz einfließen. Die Planfeststellung läuft derzeit und soll schon bald öffentlich vorgestellt werden.
Der zweite Kreisel wird auf der L 124 nach Harsefeld gebaut. Er schließt außer der L 124 das Neubaugebiet Riensförde und den Stadtweg nach Hagen an. Beide Kreiselplanungen kosten 90 000 Euro.
Ob dieses und das andere veranschlagte Geld auch wirklich 2012 ausgegeben werden, bleibt abzuwarten, weil die Fraktionen derzeit noch den Haushaltsentwurf 2012 intern beraten.
Da aber keine Zweifel an der Notwendigkeit der Baumaßnahmen bestehen, ist zu vermuten, dass nicht der Rotstift angesetzt wird. (pa)


Neue Straße in Stades Süden teurer als geplant

STADE. Die Kreisstraße 30, die die Bundesstraße 73 auf Höhe Ostumgehung mit der Landesstraße 124 nach Harsefeld verbindet, kostet rund 800 000 Euro mehr als geplant. Wie das TAGEBLATT erfuhr, hat der Landkreis, der als Planungsbehörde und als Bauherr fungiert, diese Kostenerhöhung der Stadt jetzt mitgeteilt.
Wenig erfreut war darüber Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber, denn diese Mehrkosten belasten allein den städtischen Haushalt, weil Stade den Straßenbau bezahlt. Zwar gibt es Zuschüsse vom Land nach dem sogenannten Entflecht-G-Programm, aber die sind festgeschrieben. Statt 4,4 Millionen Euro Eigenanteil muss die Hansestadt nun 5,2 Millionen Euro aufbringen. Insgesamt kostet die neue Straße, die als südliche Umgehung Stades und als Erschließungsstraße für das geplante Industriegebiet Ottenbeck gleichzeitig fungiert, nunmehr 19,2 Millionen Euro. Nieber, die diese Zahlen auf TAGEBLATT-Nachfrage bestätigt, will jetzt vom Landkreis eine genaue Aufklärung, warum diese Mehrkosten anfallen.

30.01.2012