Uriges Ambiente in der Festung Grauerort:


Genießer unter freiem Himmel: Anke Diehl, Karin Pohl und Rosi Franke.



Festival im Fackelschein an der Elbe


1200 Zuschauer genießen das Musical „My Fair Lady“

STADE. VON MIRJA MARTENS
STADE. Blitz, Donner, strömender Regen: So eindrucksvoll die Festung Grauerort bei einem Unwetter auch wirkt – nur einen Tag vor dem Höhepunkt des diesjährigen Holk-Festes kam den Veranstaltern vom Stadeum der Wolkenbruch denkbar ungelegen. Am Mittwoch die Entwarnung: Der Sommer war zurückgekehrt, auf trockenen Stühlen konnten die 1200 Gäste das Musical „My fair Lady“ in malerischer Umgebung genießen.

Für Anke Diehl, Karin Pohl und Rosi Franke aus Deinste darf der Besuch in der Festung Grauerort in einem gelungenen Kulturjahr nicht fehlen. „Vor vier Jahren hab ich die Mädels gefragt, ob wir hinwollen – seitdem sind wir dabei“, sagt Anke Diehl. Zu ihren Füßen ist ein gut gefüllter Picknickkorb platziert. Früh im Hof der Festung eingetroffen, lassen sich die Damen Sekt und Käsewürfel schmecken. „Die Atmosphäre ist einfach ganz besonders“, sagt Anke Diehl.
Kerstin Hedtke und Maike Meiritz tragen ihren Teil dazu bei, die Zuschauer schon vor Beginn des Musicals optisch an den Anfang des 19. Jahrhunderts zurückzuversetzen. In edler Gaderobe flanieren die beiden Mitglieder des Fördervereins Festung Grauerort über das Gelände. „Der Rahmen ist einfach perfekt für unsere Kleider“, sagt Kerstin Hedtke, der ihr Gewand aus der Kaiserzeit sichtlich behagt.
Umgeben vom urigen Gemäuer der knapp 150 Jahre alten Festung finden nur wenig später auch die Darsteller des Musicals „My Fair Lady“ die perfekte Umgebung für ihren Auftritt. Sie entführten die 1200 Zuschauer in die Welt der Eliza Doolittle, ein ungebildetes Blumenmädchen, das sich auf amüsante Weise seinen Weg in die gehobenere Gesellschaft bahnt.
Und auch wenn es schwer fällt, den Blick von der Bühne abzuwenden: Hin und wieder schauen die Zuschauer doch gen Himmel, um die Wolken im Auge zu behalten. Dunkel liegen sie am Mittwochabend über dem Anwesen an der Elbe. Zwar hatten die Veranstalter ihre Gäste mit Regencapes ausgestattet – doch kaum jemand verspürte Lust, unter der Plastikhülle Schutz zu suchen. „Wir hoffen sehr, dass es trocken bleibt“, sagt Anke Diehl und zaubert ein Windlicht hervor. Während von der Bühne mit „Es grünt so grün...“ die spanischen Blüten besungen werden, sorgt bei den Damen das Teelicht für eine behagliche Atmosphäre.
Drei Stunden lang konnten sie die Veranstaltung genießen, für 90 Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft waren die Tore der Festung bereits im Vorwege der Aufführung geöffnet. Die Stader AOS (Aluminium Oxid Stade) hatte zum Buffet geladen. AOS-Eigentümer Victor Dahdaleh begrüßte die Gäste, darunter auch die beiden Stader Bürgermeisterkandidatinnen Kristina Kilian-Klinge (CDU) und Silvia Nieber (SPD). Dadaleh äußerte die Hoffnung, dass er mit einer von ihnen besser auskommen werde als mit Ex-Bürgermeister Andreas Rieckhof, mit dem er sich wegen des einst der AOS benachbarten Electrabel-Grundstücks nicht immer ganz grün war. (mm)

25.08.2011