Kündigte den Beginn des Arbeitskampfes bei Styron in Bützfleth an: Gewerkschafter Hans-Werner Maier. Foto Stief



Arbeitskampf steht in Bützfleth bevor


Beschäftigte der Firma Styron wollen Tarifvertrag

Wilfried Stief STADE. Bei der Firma Styron, die eine Polycarbonatanlage für die Dow betreibt, stehen die Zeichen auf Sturm. "Wir gehen jetzt in den Arbeitskampf", sagt Gewerkschaftssekretär Hans-Werner Maier bei der traditionellen Maikundgebung in Stade. Die stand unter dem Motto "Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit - das ist das Mindeste" (siehe Lokales 16).
Einen Rückfall in den Feudalismus habe es bei der Firma Styron gegeben, prangerte Maier vor mehr als 250 Besuchern der Maikundgebung vor dem Schwedenspeicher an. Die Firmenleitung schikaniere Mitarbeiter und fordere von Schwerbehinderten sogar die Entbindung der Ärzte von der Schweigepflicht. Damit seien alle guten Grenzen überschritten worden, so Maier unter großem Beifall der Anwesenden.
Die Situation auf dem Dow-Gelände erläuterte Maier: Im Juni 2010 wagte die Belegschaft der Polycarbonatfertigungsanlage bei Dow den Sprung in eine eigenständiges Unternehmen (unter dem Dach von Bean Capital). Anfang 2011 habe es dann Gerüchte gegeben, dass das Unternehmen verkauft werden solle oder an die Börse gehe, so Maier.
Aus Sorge um die in langen Jahren erarbeiteten Besitzstände forderte die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie, Energie die Geschäftsführung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen auf, um die bis dato freiwillig gewährten Leistungen der Geschäftsführung in Tarifverträgen festzuschreiben. "Es handelt sich hierbei um so selbstverständliche Dinge wie Urlaub, Kündigungsfristen, Löhne und Altersvorsorge", erklärte Maier weiter. Denn sollte das Unternehmen verkauft werden, bestünde die Gefahr, dass die Mitarbeiter nach Ablauf eines Jahres sämtliche Ansprüche verlieren.
Die Belegschaft sei jetzt nicht mehr in der Pflicht, den Betriebsfrieden zu wahren, sagte Hans-Werner Maier. Für diese Woche kündigte er den Beginn des Arbeitskampfes an. Maier kämpferisch: "Jetzt geht es los." (ief)

02.05.2011