50 Lkw-Ladungen Stämme hievt der Kran in den Schiffsbauch. Stief



Mikado am Nordwest-Kai in Bützfleth


Erste Baumstämme auf den Wasserweg gebracht

LANDKREIS. Dass der Transport von Holz aus heimischen Forsten auf dem Wasserweg ökonomisch und ökologisch Sinn macht, war den Beteiligten theoretisch klar. Am Dienstag nun begann die Probe aufs Exempel. Im Industriehafen Stade-Bützfleth wurden zum ersten Mal Holzstämme verladen. Ein historischer Moment.
Am Dienstag trafen sich Vertreter der privaten Forstbesitzer, Holzver- und -aufkäufer und der Chef der Hafenbetriebsgesellschaft, um sich den Umschlag des Transportgutes vor Ort anzusehen.
Für die Beteiligten ein interessanter Tag, wollten sie doch wissen, welche Fallstricke die Praxis bereithält. Zum Beispiel das Stämme-Mikado: Auf dem Laster lagen sie noch gut gestapelt. Im Schiffsbauch gab es aber schräg liegende Stämme, die Stauraum versperrten. Wieviel Platz vernichtet wird, war die spannende Frage. Positiv: die Stämme waren relativ trocken, vermutlich kann mehr geladen werden.
Zweites Problemfeld: der Transport zum Hafen. Aufgeweichte Waldwege oder schlecht parkende Pilzsucher können den Transport verzögern, das Schiff aber sorgt mit festen Zeiten für Termindruck. Am Freitag muss es am Zielort eintreffen.
50 Lastwagenladungen Stämme rollten aus Issendorf und Deinste heran und wurden per Kran in den Schiffsbauch gehievt. Ihr Ziel ist das Zellstoffwerk in Stendal, wo wöchentlich das Vielfache solcher Mengen verarbeitet wird.
Bislang haben die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Elbe-Weser, der 1200 Waldbesitzer angeschlossen sind, und die Holzkäufer der Waldkonsulting Hohe Heide den Transport über die Straße bewerkstelligt, berichtet FBG-Geschäftsführerin Birte Schmetjen. Im letzten Jahr wurde die Schiene getestet. Nun der Wasserweg.
Auch Marcus Schlichting von Elbclearing, die den Hafen mitbetreiben, steht interessiert am Kai. Er denkt schon an die Zukunft, schließlich könnte das Transportschiff gleich Zellstoff aus Stendal mitbringen. Kapazitäten sind da.
Als gutes Omen für die Aktion mag dienen, dass der Name des Schiffes, dass den ersten Transport von Stämmen übernahm, den Namen der Gegend trägt, aus der das Holz stammt - "Linah". (ief)


Der Hafen Bützfleth

Im Mai 1970 begannen die Bauarbeiten am Seehafen Stade-Bützfleth, zwei Jahre später war der 1. Umschlag zu verzeichnen. Zuletzt wurde der Hafen 2009 am Nordwest-Kai erweitert, eine weitere Vergrößerung ist in Planung. Der Gesamtumschlag beläuft sich heute auf gut sechs Millionen Tonnen jährlich. Davon entfallen die Löwenanteile auf die Dow und die AOS. Die Hafenbetriebsgesellschaft (mit Elbclearing und Wika-Beton) betreiben den Nord-West-Kai, wo viel Schüttgut umgeschlagen wird.

30.03.2011