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Die Ortsdurchfahrt soll sicherer werden.


Bützfleth aus der Vogelperspektive: Der Ortskern soll mit Sanierungsmitteln komplett verschönert werden, Foto Martin Elsen

Ortskern erhält Schönheitskur


Sanierung Bützfleths in der Planungsphase - Bürger können sich beteiligen und an Arbeitskreis mitarbeiten

Bützfleth.. Bützfleths Ortskern soll schöner werden - vor allem die Ortsdurchfahrt. Möglich wird das nur dadurch, dass die Stadt Stade mit der Ortschaft ins Sanierungsprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" aufgenommen worden ist. Mit den Geldern - insgesamt stehen 5,3 Millionen Euro zur Verfügung - sollen vorrangig Infrastrukturmaßnahmen finanziert werden. Aber es bleiben auch rund 1,4 Millionen Euro für Zuschüsse an Privatleute, die ihre Häuser sanieren wollen.
Geplant wird schon seit Ende 2009, aber konkret umgesetzt ist bisher nicht viel. Lediglich der Anbau an die Turnhalle wurde aus dem Fördertopf mit 185 000 Euro bezuschusst. Aber nun soll es richtig losgehen. Der von der Stadt Stade beauftragte Sanierungsträger ASK Hassenstein und Pfadt GmbH aus Hamburg hatte kürzlich alle Bützflether zu einem Workshop eingeladen. "Es geht in dieser Phase vor allem darum, die Menschen mit einzubeziehen und Ideen zu sammeln", sagt der bei der Hansestadt zuständige Stadtplaner Oswald Lämmel.
Die Resonanz sei gut gewesen und die Stimmung konstruktiv, sagt Bützfleths Ortsbürgermeister Sönke Hartlef. Es soll nun bald ein zweiter Workshop folgen und dann ein fester Arbeitskreis gebildet werden, der die bis 2017 dauernde Sanierung begleiten wird, kündigt Lämmel an.
Hartlef hält die Sanierung für sehr wichtig für die Ortschaft: "Das wird uns ein ganzes Stück voranbringen und Bützfleth als Wohnort attraktiver machen." Außerdem sei das Programm eine Konjunkturspritze, weil in der Regel durch private Investoren ein Vielfaches der Fördersumme investiert werde. Es gebe bereits viele Anfragen und Interessenten unter den privaten Hauseigentümern.
Hartlef hält besonders die Verschönerung der Ortsdurchfahrt und deren "Entschleunigung" sowie die Entschärfung der Kurve für wichtig. Auch die Schaffung eines Dorfplatzes mit viel Grün hat bei ihm hohe Priorität. Nur die Wiederöffnung des altes Flethes, wie es die Planer von ASK vorgeschlagen haben, hält der Ortsbürgermeister nicht für sinnvoll. Das war übrigens auch während des Workshops allgemeiner Tenor.
Den Schwerpunkt der Sanierung legen die Stadt und die Planer auf die Verbesserung der Infrastruktur des Ortskerns. Insbesondere die unattraktive Ortsdurchfahrt soll schöner und vor allem auch verkehrsberuhigter und fußgängerfreundlicher gestaltet werden, so Stadtplaner Lämmel. Ein Dorn im Auge ist den Sanierern und auch den Bützflethern die scharfe Kurve in der Ortsmitte. Hier müsse unbedingt etwas passieren. Eine Kreisellösung ist ebenso angedacht wie eine Verlängerung der Kurve. In beiden Fällen müssten angrenzende Häuser aufgekauft und abgerissen werden.
Neben einem Dorfplatz - auch hier stehen mehrere, auch private Grundstücke auf der Vorschlagsliste - soll auch das Schulgelände neu geplant werden, nachdem Teile des Altbaus abgerissen worden sind. Es hat bereits mehrere Gespräche mit den betroffenen Eigentümern gegeben.
Ganz wichtig ist Lämmel auch die Aktivierung privater Eigentümer, damit sie ihre Häuser verschönern. Auch energetische Maßnahmen sind förderfähig. Auch hier habe es schon erste Gespräche gegeben. Es sei ein reges Interesse an den Fördergeldern vorhanden, so der Stadtplaner. 25 Prozent der insgesamt 5,3 Millionen Euro sollen in die Bezuschussung privater Baumaßnahmen fließen. Je ein Drittel des Fördertopfes kommt aus Bundes-, Landes- und Stadtmitteln.
Nach Lämmels Vorstellungen sollen konkrete Pläne bis Ende des Jahres stehen. Danach dann beginnt die Umsetzungsphase. Bauarbeiten werden ausgeschrieben, erste Genehmigungen erteilt. Ab 2012 dann wird es viele Baustellen in Bützfleth geben.
Mehr zum Thema steht auf Seite 4 dieser Sonderausgabe.
(pa)

28.01.2011