TAGEBLATT on Tour

Ortsbürgermeister Hartlef zwischen den Wappen von Stade (Schlüssel) und Bütztfleth.

Hafen bietet Chance für den Ort


Bützfleths neuer Ortsbürgermeister Sönke Hartlef über die Industrie vor Ort und die Wohnqualität der Ortschaft

Bützfleth.. Bützfleths neuer Ortsbürgermeister Sönke Hartlef ist zuversichtlich, dass die Entwicklung der Stader Ortschaft vorangeht. Vor allem die Hafenerweiterung eröffne dem Ort neue Perspektiven. Durch neu entstehende Arbeitsplätze und die Ortskernverschönerung durch die Sanierung (siehe mehr dazu auf der 1. Seite in dieser Sonderausgabe) steige auch die Chance, dass der ehemals Kehdinger Ort auch als Wohnort wieder interessanter werde, so der CDU-Politiker, der seit Ende 2010 nach dem Rücktritt von Wolfgang Rust im Amt ist.
"Der geplante Hafen macht uns unabhängiger von der Industrie und bietet zudem Chancen auf die eine oder andere Neuansiedlung", sagt der Ortsbürgermeister. Auch wenn die Planungen der großen Hafenerweiterung etwas vor sich hindümpeln, ist Hartlef sicher, dass es zur Umsetzung kommen werde. Er begrüßt auch, dass der AOS-Eigentümer Victor Dahdaleh das Grundstück gekauft hat, auf dem der belgische Energiekonzern GDF Suez zuvor ein Kohlekraftwerk errichten wollte.
Dass die Belgier einen Rückzieher gemacht haben, sei für Bützfleth ein Segen, sagt der Politiker: "Seitdem ist die Bevölkerung in weiten Teilen wieder beruhigt." Auch die Planungen der Dow stießen weitgehend auf Akzeptanz in der Bevölkerung. Der Chemie-Konzern will bekanntlich ein eigenes kombiniertes Gas-Wasserstoff-Kohlekraftwerk bauen. Es handelt sich um ein innovatives, bisher einmaliges Konzept, das den Wirkungsgrad von üblichen 40 bis 45 Prozent bei Kohlekraftwerken auf etwa 60 Prozent erhöhen wird.
Die Dow betont immer wieder, dass der Produktionsstandort durch ein solches Kraftwerk, das einen sicheren und kalkulierbaren Strompreis garantiere, langfristig gesichert werde und damit natürlich auch die rund 2000 Arbeitsplätze, die an dem Werk Stade hängen.
Momentan wird ein Bebauungsplan für dieses Großkraftwerk aufgestellt. Parallel läuft das Genehmigungsverfahren beim Gewerbeaufsichtsamt in Lüneburg. Die Dow möchte das Großprojekt, das rund 1,4 Milliarden Euro Investment erfordert, am liebsten mit einem Partner aus der Energiewirtschaft durchführen. Sie ist noch auf der Suche und in Gesprächen mit solchen Unternehmen.
Sönke Hartlef, der seinen Heimatort liebt, glaubt ganz fest daran, dass Bützfleth in dem Moment auch als Wohnort einen Schub nach vorne macht, wenn neue Arbeitsplätze durch den Hafen entstehen.
Und Hartlef ist davon überzeugt, dass Bützfleth sehr lebenswert ist: "Wir haben hier eine komplette Infrastruktur mit Läden, Ärzten, Schule, vielen Sporteinrichtungen und einem eigenen Freibad." Und attraktiv wie der Ort seien auch die Grundstückspreise. (pa)


Zur Person


Sönke Hartlef (48) ist erst seit 2006 Mitglied im Bützflether Ortsrat - zunächst als Parteiloser in der CDU-Fraktion, seit 2009 als Mitglied er Partei. Im November 2010 wurde er Nachfolger des zurückgetretenen Wolfgang Rust (CDU). Man habe ihn schon zur Kandidatur aufgefordert damals, sagt der gelernte Kaufmann, der in Buxtehude bei einem Betonsteinhersteller als Disponent arbeitet. Der Grund liegt nahe, ist Hartlef doch als Vorsitzender des großen Bützflether Turn- und Sportvereins (TuSV) mit 1500 Mitgliedern sehr bekannt und auch beliebt in Bützfleth. Hartlef kommt ebenso wie seine Frau gebürtig aus Bützfleth und hat in seinem Geburts- und Heimatort neu gebaut. Hartlef, Vater eines Jungen, der im Sommer sein Abitur machen wird, will im September nicht nur als Bürgermeisterkandidat für den Ortsrat antreten, sondern auch für den Stadtrat kandidieren.

28.01.2011